17. Dezember 2010, 00:00 Uhr

„Ein bisschen Nächstenliebe muss bleiben“

Monika Urban engagiert sich in der Evangelischen Kirchengemeinde Calau und im Seniorenbeirat der Stadt

Calau Wir suchen mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, jeweils aus drei Vorschlägen einen Menschen des Monats, um im Januar 2011 den „Menschen des Jahres“ küren zu können – in einer Leserwahl. Mensch des Monats November wurde Anke Müller aus Lübbenau. Für Dezember stellen wir Monika Urban (45) aus Calau vor. Sie engagiert sich seit Jahren in der Evangelischen Kirchengemeinde Calau und im Seniorenbeirat der Stadt.

Monika Urban arbeitet im Schichtdienst im Altenpflegeheim des ASB in Lübbenau und findet dennoch Zeit für ehrenamtliche Tätigkeit in der Calauer Kirchengemeinde und im Seniorenbeirat. Foto: ho Foto: ho
»Monika Urban ist immer ansprechbar, wenn es in der Gemeinde etwas zu tun gibt. Sie macht, was sie kann«, sagt Pfarrerin Kathrin Schubert. Und so ist es auch in der Adventszeit in diesem Jahr wieder. »Am Dienstag sind die Konfirmanden zum Singen unterwegs gewesen«, erzählt Monika Urban. In drei Adventswochen haben Konfirmanden Gemeindemitglieder zu Hause besucht, für sie und mit ihnen gemeinsam Advents- und Weihnachtslieder gesun-gen. Manchmal drücken sich die Jugendlichen ein bisschen vor dem Singen. Doch Monika Urban schafft es immer wieder, die Mädchen und Jungen aus den 7. und 8. Klassen fürs Mitmachen zu motivieren. »Es wird zu wenig gesungen. Doch dann merken sie, dass das gar nicht so schlimm ist«, stellt sie fest.

Im Gemeindebüro waren vorher die Listen zusammengestellt worden. Es gibt doch manchen, der sich bei Winterwetter nicht zum Adventskonzert am Sonntag in die Stadtkirche getraut hatte. Der Kammerchor der Singakademie Cottbus am Staatstheater und Janet Runge-Marschik (Oboe) spielten weihnachtliche Lieder unter der Leitung von Chordirektor Christian Möbius.

Monika Urban ist froh, dass in diesem Jahr die Schuke-Orgel restauriert werden konnte. Rund 40 000 Euro waren für diese Arbeiten eingeplant. 12 000 Euro stammen über die Zeit aus Kollekten und Spenden. So war beim Brandenburgischen Sommerkonzert für die Orgel gesammelt worden. Die Kirchengemeinde hatte für Kaffee und Kuchen gesorgt, der Erlös des Büfetts floss in die Spendensumme ein. »Es gab viel Arbeit, doch die ganze Gemeinde hat mitgezogen«, sagt Monika Urban, die einen gehörigen Anteil am Gelingen hatte.

Seit zwölf Jahren ist sie Mitglied des Gemeindekirchenrates. Wichtig ist für Monika Urban, die Generationen zusammenzubringen. Sie freut sich, wenn sich auch junge Leute engagieren. So organisiert die Jugend traditionell den Imbiss nach dem ökumenischen Gottesdienst zum Reformationstag. »Ich gebe da Anleitung, lasse sie dann machen und greife nur im Notfall ein«, erzählt die 45-Jährige, die dann ganz gerne den Abwasch übernimmt. »Zu Hause habe ich eine Spülmaschine, da brauche ich nicht abzuwaschen«, sagt sie und lacht.

Seit dem Jahr 2000 arbeitet Monika Urban beim Seniorenbeirat der Stadt mit. Von den Kirchengemeinden ist sie in den Seniorenbeirat delegiert worden. Inzwischen ist sie dort Schriftführerin. »Sie ist sehr engagiert, führt gewissenhaft die Protokolle und arbeitet gut mit der Stadtverwaltung zusammen«, sagt Gerhard Scholz, Vorsitzender des Seniorenbeirats.

»Eigentlich hat sich das alles aus dem Hausbesuchsdienst entwickelt«, sagt die gelernte Krankenschwester, die nun in der Altenpflege arbeitet. Als ihr Sohn, das jüngste von drei Kindern, klein war, konnte sie nicht arbeiten gehen. Dadurch war sie raus aus dem Berufsleben. Über eine ABM der Kirchengemeinde kam sie zum Hausbesuchsdienst und zum Kontakt mit vielen Älteren in der Stadt Calau und in den Ortsteilen. Durch ihre freundliche, aufmunternde Art kommt sie schnell mit den Leuten ins Gespräch. So ist es auch im Pflegeheim.

»Ehrenamtlich arbeiten, kann man nur, wenn es Unterstützung gibt«, sagt Monika Urban. Und die bekommt sie in ihrer Familie von ihrem Mann, den beiden Töchtern und dem Sohn - und ebenso im Heim von ihrer Chefin. So kann die Krankenschwester in der Altenpflege ihre Dienste meistens so planen, dass Zeit für die ehrenamtlichen Arbeiten bleibt.

»Ich springe da ein, wo ich helfen kann. Ein bisschen Nächstenliebe muss bleiben«, sagt die Calauerin, die sich freut, wenn andere mitziehen.

 

Zum Thema:

Jeden Monat wollen wir die Menschen des Monats vorstellen. Dazu sind Ihre Vorschläge willkommen. Schreiben Sie an die Spreewald-Redaktion, Alte Huttung 1, 03222 Lübbenau oder mailen Sie an red.spreewald@lr-online.de. Gewählt werden kann nach der Vorstellung aller drei Menschen des Monats bis Ende Dezember unter www.lr-online.de/menschen10, per Karte oder Brief an die Spreewald-Redaktion.
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Erstellt am: 17. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Dezember 2010, 15:31 Uhr
Autor: Von Ingrid Hoberg

Von Ingrid Hoberg

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