14. Mai 2010, 00:00 Uhr

Wöchentliches Rendezvous mit Bube, Dame, König, Ass

Rommee- und Skat-Nachmittag ist beliebter Treff im AWO Seniorenclub

Luckau Eifriges Gemurmel schwirrt durch den Raum, dann wieder konzentriertes Schweigen. In Grüppchen sitzen die Senioren zusammen und spielen Rommee oder Skat. Rund 25 Männer und Frauen treffen sich donnerstags regelmäßig zum Kartenspielen im Luckauer AWO Seniorenclub.

Anneliese Erdmoed, Rita Witwer, Alfred Morawa, Susanne Winter und Renate Graßmann (v.l.) spielen gern Rommee. Foto: Juliane Preiß Foto: Juliane Preiß
Alfred Morawa klopft eilig auf die Tischplatte. »Die Dame will ich haben«, sagt er und meint damit die Karo-Dame auf dem Ablagestapel. »Jetzt hab ich geschlafen. Die hätte ich auch gebrauchen können«, seufzt Renate Graßmann enttäuscht. Die 75-Jährige spielt zusammen mit Anneliese Erdmoed (77), Susanne Winter (77), Rita Witwer (73) und Alfred Morawa (72) eine Runde Rommee nach der anderen.

Offiziell geht der der Rommee- und Skat-Nachmittag im AWO Seniorenclub nur von 14 bis 16 Uhr. »Aber manchmal sitzen wir auch länger«, verrät Renate Graßmann. »Normalerweise kommen um die 25 Leute«, sagt Birgit Kubsch. Sie leitet den Seniorenclub. Außer Kartenspielen bietet der Seniorenclub noch regelmäßig eine Sportgruppe, das Erzählcafé und gemeinsame Radtouren an.

Rommee ist beliebt

»Aber Rommee ist am beliebtesten.« Mit 13 Spielerinnen sind die Frauen in Überzahl.

Willi Briesenick (74) und Karl-Heinz Wechsung, (75) haben sich an einen seperaten Tisch in die Ecke verzogen. »Hier sind wir unter uns«, sagt Willi Briesenick. »Normalerweise sind wir zu viert, aber die anderen beiden sind heute abgesprungen.« Sie spielen lieber Skat. »Rommee ist eher was für die Frauen, da muss man nicht soviel denken.« Heute durfte ausnahmsweise Helma John in der Männer-Runde einspringen. »Na, seid ihr zufrieden mit mir?«, fragt die 63-Jährige, während sie neu mischt. »Bis jetzt haste ja noch keinen Fehler gemacht«, murmelt Karl-Heinz Wechsung. »Los, du musst noch zwei drücken«, mahnt er seinen Gegenüber. Willi Briesenick kommt jede Woche zum Kartenspielen. »Manchmal geh ich noch zum Kegeln, aber ich hab ja auch noch einen Garten, um den ich mich kümmern muss.«

»Besser als auf dem Dorf«

Anneliese Erdmoed kommt fast jeden Tag in den Seniorenclub in der Sandoer Straße 10. »Nur Sport kann ich nicht mehr.« Sie kommt aus Jetsch und wohnt seit vier Jahren in Luckau. »Auf dem Dorf gab es gar keine Angebote für Senioren, das ist hier schon besser.« Sie wäre sonst allein, ihre vier Kinder wohnen nicht in Luckau. Im Seniorenclub hat sie schnell Anschluss gefunden. »Wir treffen uns auch ohne Seniorenclub. Dann gibt's eine Tasse Kaffee und manchmal spielen wir auch.«

Nach zwei Stunden sind die Luft aufgebraucht und die Punkte-Blöcke vollgeschrieben. »Jetzt muss ich aber auch einmal gewinnen«, sagt Alfred Morawa. Er sortiert seine Karten auf der Hand, schaut auf die abgelegten Reihen auf dem Tisch und grübelt. »Na, das dauert aber«, sagt Anneliese Erdmoed. Dann legt Alfred Morawa Kreuz-Bube, Zehn und Neun ab - und erntet Protest. »Halt, du darfst doch erst mit 30 raus.« So sind die Regeln.

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Erstellt am: 14. Mai 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Mai 2010, 12:36 Uhr
Autor: Juliane Preiß

Juliane Preiß

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