Dahme-Spreewald Die Polizei im Schutzbereich Dahme-Spreewald hat 2009 die wenigsten Straftaten seit acht Jahren registriert. „Der Trend zeigt abwärts“, bilanziert Polizeisprecher Jens Quietschke. Doch er warnt gleichzeitig vor einer Verallgemeinerung. „Denn wir kennen die Dunkelziffer nicht.“
17.03.2010
Einsatzschwerpunkt ist und bleibt der Norden des Landkreises, betont Quietschke. In Königs Wusterhausen werden demnach die meisten Straftaten angezeigt. Aber auch der Süden hat einen Brennpunkt. Die Beamten werden besonders häufig zum Ferienresort Tropical Islands gerufen. Dort müssen sie zumeist Diebstähle aufnehmen – sei es aus Taschen, Spinten oder Fahrzeugen. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder. So ist im vergangenen Jahr bei den Diebstählen nur im Bereich der Wache Lübben ein Plus registriert worden, während in Königs Wusterhausen und Schönefeld die Zahl der Fälle zurückgegangen ist. Einen Trend will der Polizeisprecher darin jedoch nicht erkennen. „Das sind aber ganz normale Schwankungen.“
Während für die meisten Delikte gilt, dass der Süden weniger stark betroffen ist als der Norden des Landkreises, gilt das nicht für Rauschgiftdelikte.
„Da gibt es keinen Unterschied“, sagt Jens Quietschke und ergänzt: „Man kann überall alles bekommen. Da dürfen wir uns nichts vormachen.“ Trauriger Beweis dafür ist ein junger Mann, der im April 2009 in Gröditsch an einer Überdosis Methadon gestorben war. Der Polizeisprecher erklärt: „Es gibt auch keine Schule, die drogenfrei ist.“
Zwar ist die Anzahl der Straftaten im Vorjahr zurückgegangen, aber die Polizei beobachtet gleichzeitig eine Zunahme an Gewaltbereitschaft gegenüber Menschen. Das lasse sich in der Zunahme von Beleidigungen, Brandstiftungen und Widerstand gegen Polizeibeamte ablesen.
KriminalitätsStatistik 2009
Während die Zahl der Straftaten mit 14 287 im Vergleich zum Vorjahr um 413 gesunken ist, stieg laut Polizei die Aufklärungsquote von 51 auf 55 Prozent.
Die Zahl der Diebstähle ist im Bereich der Wache Lübben um 30 auf 1324 Fälle gestiegen, davon konnten laut Statistik 347 Vorfälle aufgeklärt werden.
Die Anzahl der politisch motivierten Straftaten ist mit 142 Fällen nahezu gleich geblieben. Bei der Mehrheit der Fälle handelt es sich laut Polizei um Schmierereien und Propaganda.
Die Tatverdächtigen wohnen in mehr als einem Drittel der Fälle in dem Ort, in dem sie ihre Straftat begingen
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