09. Februar 2010, 00:00 Uhr

Was die Luckauer Region mit der Schmelze erwartet

Luckau Die Schneeberge an den Straßenrändern werden nicht kleiner, vorerst – die Witterung lässt sie dafür um so härter werden. Doch irgendwann wird das Tauwetter in der Luckauer Region Einzug halten. Und mit der Schmelze kommen dann unter Umständen ganz andere Probleme auf die Menschen zu.

Ein Mann schippt in Walddrehna Schnee. Fotos: Michael Sagorny
Allein im Januar sind im Raum Luckau zwischen 30 und 38 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Sie bilden eine überwiegend geschlossene Schneedecke, ihre Höhe liegt zwischen 23 und 38 Zentimeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) Offenbach auf Anfrage mitteilt.

Gefahren drohen

Wenn es langsam taut und unterm Schnee keine Eisschicht liegt, würde das Schmelzwasser ruhig abfließen. „Aber es drohen Gefahren“, sagt Petra Hansche von der Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft (DNWAB). „Im Moment ist der Boden 30 Zentimeter tief gefroren. Wenn es schnell taut und vielleicht noch Regen einsetzt, kann das Wasser nicht ins Erdreich eindringen und sucht sich seinen Weg. In einigen Ortschaften kann das zu enormen Problemen führen.“

 

Schneeberg in Walddrehna.
Dann nämlich dränge das Schmelzwasser in das Schmutzwassersystem. Dort werden die Wassermassen durch Pumpen fortbewegt.  Diese Systeme sind in der Regel für die Ableitung des Schmutzwassers und nicht für zusätzliche Niederschläge ausgelegt. „Auch die stärksten Pumpen sind dann einfach überfordert“, so Petra Hansche. Das Nass staue sich in den Schmutzwasserkanälen bis hinein in die Grundstücksentwässerungsanlagen. „Räume mit Abläufen unterhalb der Rückstauebene – das ist meist die Straßenoberkante – können dann überflutet werden.“ Um dies zu verhindern, seien Rückstausicherungen in die Kanalisation eingebaut. „Diese Rückstausicherung sollte durch einen Fachmann regelmäßig überprüft werden. Bei der aktuellen Wetterlage ist die Funktionssicherheit enorm wichtig“, so die DNWAB-Frau. „Die Überprüfung durch einen Fachmann ist in jedem Fall billiger als ein vollgelaufener Keller.“

Bei Betriebsstörungen der Pumpwerke fürs Abwasser seien schnelle Informationen an die betreffenden Ver- und Entsorger wichtig.  Überforderte oder auch defekte Pumpwerke würden dann zügig wieder in Betrieb genommen. „Viele Pumpwerke haben Alarmeinrichtungen“, sagt Petra Hansche fort, „wenn eine Pumpe verstopft oder defekt ist, blinkt an der betreffenden Säule ein Warnlicht. Dann sollten umgehend die örtlichen Wasserbetriebe benachrichtigt werden, um Überschwemmungen zu vermeiden.“ 

 

Ein weiterer wichtiger Punkt bei den momentanen Schneebergen ist, darauf zu achten, dass die Hydranten nicht von ihnen begraben werden. Auch die Hydrantenschilder sollten freigehalten werden. Ansonsten werde es im Brandfall schwierig für die Feuerwehr.

Gleiches gilt auch für Schieberkappen. „Nur so ist im Fall eines Rohrbruchs ein unverzügliches Absperren der betroffenen Leitung möglich“, so Hansche.

Und noch etwas ist zu beachten: „Der Trinkwasserzähler ist ein Schwachpunkt im Hausanschlussbereich. Er ist zwingend vor Frost zu schützen“, erklärt sie weiter.  Anderenfalls könne ein Zähler platzen „Wird dies in unbewohnten Häusern oder Bungalows nicht gleich bemerkt, können erhebliche Schäden auftreten“, erklärt Petra Hansche. „Es gab schon Fälle, bei denen mit dem Frühling unterspülte Fundamente zu Tage traten.“ Es lohne sich also, während des Tauwetters im Wochenendhaus nach dem Zähler zu sehen.

Trotz der Schneeberge an den Straßenrändern in Innenstädten und Gemeinden sehen Fachleute dort offensichtlich keine Gefahr. „Ich sehe keine Probleme, trotzdem räumen wir den Schnee oft an Stellen, wo er abschmelzen kann, ohne Schaden anzurichten“, sagt Helmut Hüter, Bauhofleiter in Luckau.



Sumpfland läuft voll

In unverbauter Natur regelt sich das Aufkommen größerer Schmelzwassermengen von selbst. In diesem Jahr steht zu erwarten, dass der Luckauer Vorderbusch voll Wasser läuft. Das ehemalige Sumpfland zwischen Luckau, Goßmar und Görlsdorf ist zwar als Acker- und Weideland kultiviert, hat aber seine ursprüngliche Funktion als Auffangbecken nicht verloren.

Zum Thema Die DNWAB rät: Hydranten und Schieberkappen sollten nicht mit Schnee zugeschüttet werden. Wasserzähler sind vor Frost zu schützen. Rückstausicherungen sollten regelmäßig überprüft werden. Der Bereitschaftsdienst der DNWAB für das Gebiet des TAZV Luckau ist zu erreichen unter Telefon 03544 502419 werktags von 6.45 bis 15.30 Uhr, zu allen anderen Zeiten unter 0172 6545570.
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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 09:46 Uhr
Autor: Von Michael Sagorny

Von Michael Sagorny

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