10. März 2010, 00:00 Uhr

Ohne Stolpersteine in die Dahmer Touristinformation

Einrichtung hat ihr neues Domizil im Ratskeller

Dahme Die Dahmer Touristinformation ist von der Töpferstraße 18 in den früheren Ratskeller umgezogen. Am neuen Standort ist die Einrichtung barrierefrei.

Oliver Jänicke und Tourist-Mitarbeiterin Rosemarie Fritzsch auf der neu angelegten Rampe, über die die Touristinformation auch für Rollstuhlfahrer erreichbar ist. Foto: Carmen Berg Foto: Carmen Berg
Oliver Jänicke testet mit seinem Rollstuhl die Rampe zum Seiteneingang an der Rudolf-Breitscheid-Straße. „Sie lässt sich gut befahren“, sagt der 19-jährige Zagelsdorfer. Oben angekommen, setzt er mit dem automatischen Öffner die massive Holz-Eingangstür in Bewegung. Auf stufenlosem Untergrund fährt der junge Mann weiter in den Raum.

Ein Unfall vor drei Jahren hat ihn in den Rollstuhl gebracht, erzählt Oliver Jänicke. Er absolviert in Potsdam eine Ausbildung zur Bürokraft und ist für drei Monate Praktikant in der Dahmer Amtsverwaltung. Dass bei der Einrichtung der Touristinformation an Menschen mit Handicap gedacht wurde, finde er gut, so der 19-Jährige. „In Potsdam muss ich mich oft richtig anstrengen, um voranzukommen“, vergleicht er.

Ausreichend breite Türen sowie behindertengerechte Sanitäranlagen ergänzen das barrierefreie Angebot.

„Aber nicht nur Rollstuhlfahrer profitieren von dem bequemen Zugang. Neulich ist eine junge Mutter mit ihrem Kinderwagen bis vor den Tresen gerollt“, erzählt Rosemarie Fritzsch, Mitarbeiterin der Touristinformation.

In zentraler Lage

Von Besuchern werde der neue Standort positiv aufgenommen, sagt sie. Geschätzt werde die zentrale Lage. Zudem sei der Raum heller und großzügiger als das alte Domizil an der Töpferstraße. „Vor allem aber sagen die Leute: Es ist schön, dass im Ratskeller wieder Leben ist“, erklärt die Tourist-Mitarbeiterin.

Wie berichtet, hatten die Dahmer Stadtverordneten den Umbau der Traditionsgaststätte Ratskeller zur Touristinformation und Bibliothek beschlossen, nachdem dem letzten Wirt gekündigt worden war und sich kein Nachfolger gefunden hatte. 50 000 Euro flossen nach Verwaltungsangaben aus dem Stadthaushalt in das Projekt. Für die barrierefreie Zugangsrampe und die Behindertentoilette kamen weitere 28 300 Euro zum Einsatz, davon 24 000 Euro Konjunkturmittel des Bundes.

Längere Öffnungszeiten

Neben Rosemarie Fritzsch hat die Sachbearbeiterin für Kultur und Tourismus der Verwaltung, Ursel Ochs, ihren Arbeitsplatz von einem Büro unterm Dach in den neuen Großraum verlegt. Verstärkt wird das Team von Robert Schmidt, der für drei Jahre einen über die Arge geförderten Arbeitsplatz hat. „Durch die räumliche Nähe wird das Arbeiten effizienter. Wir können uns gegenseitig unterstützen und für die Tourist-Information längere Öffnungszeiten sichern“, nennt Ursel Ochs Vorteile.

Im neuen Ambiente schmieden die drei Touristiker Pläne. Sie wollen das rote I erkämpfen. „Das ist ein Qualitätssiegel für Tourist-Informationen, das vom deutschen Tourismusverband vergeben wird“, erklärt Rosemarie Fritzsch. Barrierefreiheit sei dafür ein Kriterium. An anderen wie ihren Englischkenntnissen wollten sie noch arbeiten, erzählt sie. Carmen Berg

Die Touristinformation in Dahme ist montags sowie mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr, dienstags bis 18 Uhr und von Mai bis Oktober auch sonnabends von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Telefon 035451 98120, E-Mail: touristinfo@dahme.de
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Erstellt am: 10. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 10. März 2010, 09:32 Uhr
Autor: Carmen Berg

Carmen Berg

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