18. März 2010, 00:00 Uhr

Luckauer Fachwerkhaus kommt untern Hammer

Kreiseigenes Gebäude soll in Berlin versteigert werden

Luckau Der Landkreis Dahme-Spreewald startet erneut einen Versuch, das ihm gehörende Fachwerkhaus an der Luckauer Lindenstraße an einen neuen Eigentümer zu bringen. Das Gebäude wird demnächst während einer Auktion in Berlin angeboten. Das Mindestgebot liegt bei 22 000 Euro. Was zunächst wie ein Schnäppchen klingt, hat aber einen Haken. Nicht zufällig ist das Haus seit Jahren ein Ladenhüter.

Für das Fachwerkhaus an der Lindenstraße wird ein neuer Eigentümer gesucht. Foto: Tilo Winkler Foto: Tilo Winkler
Das markante Fachwerkhaus an der Kreuzung Lindenstraße/Nordpromenade hat eine bewegte Geschichte. Irgendwann vor dem Jahr 1900 war es als Wohngebäude errichtet worden. „Im Jahr 1991 wurde das Fachwerkhaus von der Stadtverwaltung Luckau an den damaligen Landkreis Luckau übergeben“, erläutert Norbert Hill, zuständiger Mitarbeiter im Amt für Gebäude und Immobilienmanagement des Landkreises Dahme-Spreewald. „Das Haus wurde 1992 vollständig saniert und zu einem Bürogebäude umgebaut.“

Seitdem hatte es verschiedene Nutzer: Das Fremdenverkehrsbüro des Landkreises war dort untergebracht. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) war Mieter. „Nach der Kündigung des Mietverhältnisses durch die WFG stand das Objekt seit Juli 2001 vorerst leer“, so Norbert Hill weiter. „Vom Sommer 2004 bis Sommer 2007 nutzte die Deutsche Post AG einen Teil des Gebäudes als Zweigstelle.“ Doch seit nunmehr fast drei Jahren werden dort auch keine Briefe mehr sortiert.

In den vergangenen Jahren habe der Landkreis Dahme-Spreewald mehrfach versucht, das Haus zu veräußern, so Hill. Erstmalig sei ein Verkauf im Jahr 2002 in Erwägung gezoen worden. „Es wurde auch öffentlich ausgeschrieben.“ Offizieller Verkehrswert, laut Gutachten aus dem Jahr 2008: 55 000 Euro. Doch die Bemühungen blieben ohne Erfolg.

Denn obwohl es rein äußerlich keinen schlechten Eindruck macht, müsse in das Gebäude einiges investiert werden, erklärt Norbert Hill. „Vor allem, wenn es künftig wieder als Wohnhaus genutzt werden soll.“ Dann müssten die Sanitäranlagen komplett umgebaut werden. Das habe schon einmal einen Kaufinteressenten abgeschreckt. Auch die Lage, direkt an einer verkehrsreichen Straße und mit Blick auf die Anlieferzone eines Einkaufsmarktes, sei nicht gerade optimal. Es biete sich eher eine Nutzung als Büro oder Arztpraxis an.

Ob es Interessenten gibt, wird sich am 27. März zeigen. Dann wird das Luckauer Haus im Rahmen einer Auktion in Berlin versteigert. Das Mindestgebot wird mit 22 000 Euro angegeben.
 
Hintergrund:
Das Fachwerkhaus an der Lindenstraße 5 steht auf einem rund 540 Quadratmeter großen Grundstück. Im Exposé wird der Bauzustand als „gut bis befriedigend“ eingeschätzt. Weitere Details zur geplanten Versteigerung sind im Internet nachlesbar unter www.dahme-spreewald.de (Bürgerportal, Ausschreibungen).
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Erstellt am: 18. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 18. März 2010, 12:16 Uhr
Autor: Von Tilo Winkler

Von Tilo Winkler

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