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Luckau/Dahme

LDS-Kreis setzt auf Stützpunktwehren

Königs Wusterhausen. Noch steckt der Campingplatz-Großbrand in Neubrück vom vergangenen Wochenende rund 90 Feuerwehrkameraden in den Knochen. 600 000 Euro Schaden an Wohnwagen, Booten und Zubehör wurden bilanziert.

04.04.2007
Eine Katastrophe hätte drohen können, denn ein Depot von 85 Gasflaschen – mitten im Wald – wurde geborgen. Menschenleben waren allerdings nicht in Gefahr. „Die Camper sitzen oft auf einem Pulverfass“, so Kreisordnungsamtschefin Sylvia Enders während einer Pressekonferenz in Königs Wusterhausen.
Die Jahresbilanz der Feuerwehr, die Kreisbrandmeister Horst Starke zog, erhielt damit eine besonders Brisanz. „Wir werden diesen Brand zum Anlass nehmen, um mit den Trägern des Brandschutzes noch einmal über die Sicherheit auf Campingplätzen zu reden“, so Enders.
Derzeit steht die Umsetzung der Konzeption zur Bildung von Stützpunktfeuerwehren im Landkreis Dahme-Spreewald im Augenmerk der Brandschützer in Behörden und Wehren. Damit will das Innenministerium des Landes die Einsatzbereitschaft der Kameraden vor allem in der Zeit von 6 bis 18 Uhr in den Kommunen erhöhen. Grund für neue Strategien ist der stetig abnehmende Kräftebestand in den Wehren vor allem tagsüber. „In die Überlegung floss ein, dass die Menschenrettung binnen 13 Minuten möglich sein muss. Dazu werden zwei einsatzfähige Züge mit je 40 Kameraden nötig. Das kann nicht jede Wehr gewährleisten“, so Horst Starke.
Bis zum 31. Januar konnten Anträge zur Bildung von Stützpunktfeuerwehren, die nun auf eine vorrangige Förderung für Technik und Ausbildung rechnen können, gestellt werden. Zehn Anträge gingen ein. „Zur Umsetzung der Konzeption wurde im Landkreis eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Städte, Ämter und Gemeinden sowie des Kreisfeuerwehrverbandes gebildet. Sie prüfte diese Anträge, unter anderem auf Förderung von Technik für die überörtliche Hilfeleistung und leitete acht davon an das Innenministerium weiter“, erklärte Enders das Prozedere.
Bereitschaft zur Zusammenarbeit gibt es derzeit unter anderem in Straupitz und Lieberose, Lübben und Groß Leuthen sowie in Luckau mit Golßen, Drahnsdorf, Steinreich, Kasel-Golzig und Heideblick. „Wir hätten es auch gern gesehen, wenn die Wehr des Amtes Unterspreewald mit den Lübbenern zusammengegangen wäre, aber die Unterspreewälder wollen diese Aufgabe auch künftig allein bewältigen“, so Enders.
Bedarf zur Zusammenarbeit gibt es aber auch im dicht besiedelten S-Bahn-Gebiet zwischen Eichwalde und Königs Wusterhausen. So kann die mit moderner Technik und einem großen Depot ausgestattete Wehr in Schulzendorf den Tageseinsatz nur noch schwer sichern. „Und auch in Schönefeld muss was passieren“, so Enders mit Blick auf den Flughafenausbau und die Entwicklung des Umfeldes. Deshalb finden zurzeit weitere Gespräche mit den Gemeinden und Ämtern statt, um neue Stützpunktfeuerwehren auf den Weg zu bringen. Für die Jahre 2008 bis 2010 müssen die Anträge allerdings schon bis Mitte Mai beim Land eingereicht sein. Ende April läuft die Zeit der Antragstellung im Landkreis ab.
Schon jetzt steht fest, dass die Wehren in Lieberose und Wildau aus dem Landestopf zur Bildung von Stützpunktwehren mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug und die Prieroser mit einem neuen Tanklöschfahrzeug ausgerüstet werden. „Das ist für die Kameraden wie ein Ostergeschenk“, so Enders und Starke.
Im vergangenem Jahr gehörten 4586 Frauen und Männer der Ortswehren im Landkreis Dahme-Spreewald an, die unter anderem zu 371 Explosionen und Bränden ausrückten. Bei einer leicht rückläufigen Zahl der aktiven Wehrleute stieg die der Frauen um weitere 20 auf 884.
Uta Schmidt
 
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