15. März 2010, 00:00 Uhr

Jäger erlegen mehr Marder und Waschbären

Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide zieht Bilanz

Gehren Die Jäger der Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide blicken auf ein durchschnittliches Jagdjahr zurück. Auffällig ist allerdings ein massiver Zuwachs an Mardern, Marderhunden und Waschbären in den Revieren. Rund 80 Gäste besuchten am Sonnabend die Hegeschau in Gehren.

Besondere Aufmerksamkeit erregt an diesem Abend das Geweih eines „Hirsches mit Abnormität“, wie Jäger Werner Ertner sagt. Fast einen Meter lang sind die beiden Stangen. Dass einem Jäger ein solches Tier mit „elchähnlichem Geweih“ vor die Flinte kommt, „ist eine große Seltenheit“, so der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Rotwild.

442 Hirsche seien im Jagdjahr, das immer am 31. März endet, erlegt worden, so der Jäger aus dem Revier des Grafen Solms. 24 davon sind mit Medaillen prämiert und in Gehren ausgestellt worden.

„Wir blicken auf ein durchschnittliches Jagdjahr zurück“, sind sich der 74-jährige Werner Ertner sowie Muffelwildexperte Willy Schmidt einig. 290 Mufflons sind demnach erlegt worden, 30 mehr als im Vorjahr.

Außerdem wurden 1048 Rehe sowie 844 Wildscheine in der Rochauer Heide geschossen, ergänzt Frank Mittag, Vorsitzender der Hegegemeinschaft.

Der 47-Jährige spricht zugleich von einem massiven Zuwachs an Mardern, Marderhunden und Waschbären. Das lasse sich an den steigenden Zahlen der erlegten Tiere im Vergleich zu Vorjahren deutlich ablesen. „Zum Glück hat sich kein Wolfspaar in der Rochauer Heide angesiedelt“, fügt Mittag an. So würden die Mufflons, eine der größten Populationen Deutschlands, nur von durchziehenden Wölfen gefährdet. Im April und Mai 2009 seien fünf registriert worden. „Die hatten es aber auf das Rotwild abgesehen“, erklärt Mittag. „Den Wölfen sind die Flächen in der Heide zu klein und es ist viel zu viel Krach durch Mensch und Maschine“, erläutert Frank Mittag eine mögliche Ursache dafür.

Auch Ebbo Hahlweg, Leiter der Wildbewirtschaftung, hat neue Beobachtungen im Gepäck. Er zeigt auf einer Videoleinwand brunftende Hirsche bei Proßmarke. Er selbst habe die Szenen gedreht, erzählt er.

„Dazu musste ich viele Stunden auf der Lauer liegen“, erklärt der Jäger die Entstehung des 30-minütigen Films. Der 58-Jährige hat die Trophäe eines Mufflons und zweier Hirsche in der Gaststätte ausgestellt.

„Ich bekomme sonst nur Trophäen von Rehen und Wildschweinen zu Gesicht“, sagt Hubert Zeggel (71). Für den Jäger aus dem Erzgebirge sei es beeindruckend gewesen, „so viele verschiedene Ausstellungsstücke zu sehen“.

ZUM THEMA

Die Hegegemeinschaft Hohenbucko-Rochauer Heide bewirtschaftet ein Areal von etwa 54 000 Hektar. In 72 Revieren gehen rund 300 Jäger auf die Jagd. Weitere Informationen im Internet unter www.hg-hohenbucko-rochauer-heide.de.
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Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. März 2010, 09:21 Uhr
Autor: Von Henry Blumroth

Von Henry Blumroth

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