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Luckau/Dahme

Idee einer Feuerwehrachse Luckau-Golßen-Walddrehna

Kreisbrandmeister Horst Starke zieht derzeit im Landkreis Dahme-Spreewald von Kommune zu Kommune und erläutert die Konzeption der neu zu schaffenden Stützpunktfeuerwehren. Die sollen trotz sinkender Mitgliederzahlen auch weiterhin die Einsatzbereitschaft sichern. Das Brandenburger Innenministerium hat damit auf die demografische Entwicklung reagiert. Starkes Vorschlag für den Altkreis Luckau: Luckau wird Stützpunktfeuerwehr, Golßen und Walddrehna werden Unter-Stützpunktfeuerwehren.

31.01.2007
Idee einer Feuerwehrachse Luckau-Golßen-Walddrehna
Kameraden der Luckauer Wehr präsentieren ihre Technik. Die Ortswehr soll Stützpunktfeuerwehr werden und mit den künftigen Unter-Stützpunktfeuerwehren Golßen und Walddrehna sowie weiteren Ortswehren kooperieren.
Foto: Archivfoto: Andreas Staindl
Grundlage der neuen Überlegungen sind die örtlichen Gefahrenabwehrbedarfspläne. „Wir haben immer weniger Feuerwehrleute“, erklärt Starke. „Sie ziehen weg, oft ihrer Arbeit hinterher. Die Einsatzbereitschaft am Tage ist nur noch zu 50 Prozent gesichert.“ Zudem seien 40 Prozent der Fahrzeuge 20 Jahre und älter. „Allein kann keine Kommune mehr die komplexen Aufgaben lösen“, sagt Starke. Für den Altkreis Luckau schlägt der Kreisbrandmeister deshalb vor: Luckau wird Stützpunktfeuerwehr, Golßen und Walddrehna werden Unter-Stützpunktfeuerwehren. Damit werde gewährleistet, dass mindestens 50 ausgebildete Feuerwehrleute zur Verfügung stünden. Laut Starke ist das eine Voraussetzung für Stützpunktwehren.
Bis zu acht dieser Stützpunkte soll es im Dahme-Spreewald-Kreis geben. Dazu gehören auch Lübben und Lieberose. Mit dem Konzept samt Förderrichtlinie beabsichtigt das Brandenburger Ministerium des Inneren, den Brandschutz in Trägerschaft der Kommunen durch gemeinsamen Erwerb und Unterhaltung von Fahrzeugtechnik zu stärken. Das Land Brandenburg will vorerst bis zum Jahr 2010 landesweit jährlich fünf Millionen Euro zur Anschaffung neuer Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Horst Starke rechnet für seinen Kreis mit bis zu drei Feuerwehrfahrzeugen pro Jahr. Die Kommunen müssten ihren Bedarf beim Kreis anmelden, allerdings auch entsprechende Eigenmittel einplanen. Es soll eine kreisliche Prioritätenliste geben. Die Vorschläge würden im Innenministerium geprüft und bei Zustimmung als förderfähig eingestuft, so der Kreisbrandmeister.
Das Konzept schließe andere Ortswehren nicht aus. «Wir wollen die kleinen Wehren keinesfalls plattmachen» , versichert Vize-Kreisbrandmeister Henry Strasen. „Wegen eines überschaubaren Feuers in Sellendorf wird nicht gleich die Luckauer Wehr ausrücken“, sagt er. Die Stützpunktwehren sollen überörtliche Aufgaben wahrnehmen, wenn die Stärke vor Ort nicht ausreiche, und dabei möglichst von den Ortswehren unterstützt werden. Auch dort könnten neue Fahrzeuge gefördert werden, entsprechendes Personal vorausgesetzt.

Nach den Schulen die Wehren
Steinreichs Bürgermeister Wolfgang Luplow warnt davor, „die kleinen Wehren zu vernachlässigen. Wir werden den Brandschutz vor Ort auch weiterhin selbst regeln müssen und sind auf jeden Kameraden angewiesen.“ Für Luplow ist es „eine Frechheit, dass das Land wegen fünf Millionen Euro solch ein Trara macht“. Seine Befürchtung: „Kitas und Schulen wurden schon in den kleinen Orten geschlossen, jetzt sind offenbar die Feuerwehren dran.“
Golßens Ortswehrführer Dietmar Crüger vermutet, „es geht nur ums Geld. Doch ohne Unterstützung sind die kleinen Wehren verloren.“ Henry Strasen hält dagegen: „Der beste Schutz für den Erhalt von Wehren ist Ausbildung. Wettkämpfe helfen uns nur bedingt bei unseren Aufgaben.“ „Ohne Qualifizierung läuft nichts. Man muss auch bereit sein zur Ausbildung“, ergänzt Horst Starke. Der Kreisbrandmeister macht deutlich: „Eintritt und Austritt sind freiwillig, der Rest in der Feuerwehr ist Pflicht.“ Er kritisiert, dass häufig zuerst nach neuen Löschfahrzeugen gerufen, das Wesentliche aber vergessen werde. „Retten, bergen, löschen – auch ohne moderne Technik – ist unser Grundanliegen.“

Nachbarkreise berücksichtigt
Starke glaubt, dass vor allem ältere Führungskräfte mit falschen Ansichten jüngere Kameraden negativ beeinflussen. Das neue Konzept sei auf die nächsten 20 Jahre ausgerichtet und soll benachbarte Kreise berücksichtigen, darunter den Teltow-Fläming-Kreis. Auch Dahme als künftige Stützpunktfeuerwehr sei schließlich entsprechend ausgestattet, ebenso Baruth.
Horst Starke sagt aber auch, dass nicht alles zu 100 Prozent abzusichern sei, «schon gar nicht mit Freiwilligkeit» . „Wenn die Bevölkerungszahlen weiter sinken, werden hauptamtliche Kameraden in den Stützpunktfeuerwehren nötig“, so seine Prognose.
Von Andreas Staindl
 
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