Interessengemeinschaft Spreewaldbahn in Straupitz gegründet
Der zweite Versuch ist geglückt: Kürzlich wurde im ehemaligen Straupitzer Bahnhof die Interessengemeinschaft Spreewaldbahn gegründet. Ein erster Versuch war 2008 wegen eines Formfehlers gescheitert. Ziel ist, die Erinnerung an die Spreewaldbahn zu bewahren.
Im ehemaligen Quartier der Spreewaldbahn-Lokomotivführer wurde die Bewahrung ihrer Geschichte besiegelt. Dann nahmen die Vereinsmitglieder um Toni Schulz (r.) den Personenwagen in Augenschein. Foto: Jens Golombek Foto: Jens Golombek
„Ich habe hier damals das Licht bei der Spreewaldbahn ausgemacht“, überraschte Horst Rindt im ehemaligen Lokführer-Aufenthaltsraum die Eisenbahnfreunde. „Die letzten vier Jahre war ich hier Vorsteher und habe noch einiges an Schriftgut zu Hause, teils wertvoll, teils weniger.“ Für eine Ausstellung würde er gern sein Archiv zur Verfügung stellen. „Es ist höchste Eisenbahn, dass sich hier etwas bewegt. Denn die Leute, die noch etwas darüber zu berichten wissen, sterben langsam aus.“Ein „Schloss“ „Ich war vier Jahre alt, als ich die letzte Fahrt miterlebte, bei der die Schwellen zerstört wurden“, berichtete Dietmar Graap aus seinen Erinnerungen an die Spreewaldguste.
„Ich war schon bei vielen Schmalspurbahnen, aber die Leute hier sollten sich endlich bewusst werden, was für ein Schloss hier in Form des Bahnbetriebswerkes vorhanden ist.“ Es gebe hier noch besonders gut erhaltene Bahndämme, blickte Dietmar Graap enthusiastisch in die Zukunft „Da kann ich gar nicht verstehen, dass die alle als Radwege geteert werden. Vielleicht sollte man mal einen Kilometer Gleis legen, dann ergibt sich vieles von alleine.“Keine Fahrzeuge ohne Halle „Die Erfahrungen anderer Vereine zeigen einfach: Wenn man keine Halle hat, braucht man mit Fahrzeugen gar nicht erst anzufangen“, begründete Initiator Toni Schulz das Streben der Interessengemeinschaft nach der Übernahme des Betriebswerkes.„Es ist mit Spreewaldbahn und Betriebswerk eigentlich ein Jammer“, ärgerte sich Müller Klaus Rudolph als direkter Bahnnachbar über die fehlende Entwicklung.
Er wies auf die jährlich 30 000 Besucher seiner Mühle hin, denen mit der Bahn noch mehr geboten werden könnte. Verabschiedet euch aber von dem Gedanken, hier die Spreewaldbahn wieder aufbauen zu wollen“, mahnte er die enthusiastischen Mitstreiter. „Das Betriebswerk ist eine Enklave ohne herstellbare Verkehrsverbindung. Hier im Sommer eine Strecke nach Goyatz zu realisieren, wäre der Hammer.“„Die Resonanz auf unsere kleine Spreewaldbahn-Ausstellung im Goyatzer Bahnhof war einfach riesig“, motivierte Heiko Jahn, Geschäftsführer der TEG. „Ich bin begeistert von dieser Initiative in Straupitz. Wir sollten uns intensiv um die touristische Verbindung zwischen diesen Orten bemühen.“ Nachdem Ralf Grützmacher die Vereinssatzung verlesen hatte, die die Erinnerung an die Spreewaldbahn als ein Stück Heimatgeschichte definiert, das es zu bewahren gilt, erwies sich Klaus Rudolph mit seinen Vereinserfahrungen als wertvoller Berater. Zum Vorstandsvorsitzenden einstimmig gewählt wurde der Schönwalder Toni Schulz. Dietmar Graap aus Burg und der Ludwigsfelder Heiko Jahn sind seine Stellvertreter.
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Erstellt am: 13. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. März 2010, 01:33 Uhr
Autor: Von Jens Golombek
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