Golßener beteiligen sich am gemeinsamen Frühjahrsputz
Golßen
Gründlich aufgeräumt haben am Samstag über 60 Golßener, darunter viele Mitglieder von Vereinen sowie der freiwilligen Feuerwehr auf dem Utzenberg. Das Bodendenkmal gegenüber der Einfahrt in Richtung Stadtzentrum wurde erstmals als Objekt für den traditionellen jährlichen Frühjahrsputz ausgewählt.
„Der Utzenberg ist die Visitenkarte der Stadt, denn er liegt im Bereich der stark frequentierten Zufahrt in Richtung Markt und Rathaus“, erklärt Bürgermeister Lars Kolan. Zudem erinnere er an den Ursprung der Stadt. Auf der Erhebung habe im 12. Jahrhundert eine Burg gestanden. „Vermutlich war es anfangs ein slawischer Ringwall“, ergänzt Dietrich Wessel und wirft einen weiteren Blick in die Geschichte: „Bis zu den Hussitenkriegen war das eine wehrfähige Burg, deren Gelände sich bis zum Parkplatz des heute gegenüberliegenden Einkaufsmarktes erstreckte.“
Umfeld freigelegt
Vom Umfeld und dem noch vorhandenen Burggraben ist jedoch bis zum Samstag nicht mehr viel zu sehen gewesen. Innerhalb weniger Stunden ändert sich das zusehends. Motorsägen brummen, Häcksler rattern und zahlreiche Hände räumen zügig Baumstämme, Äste und jede Menge Müll auf. „Sogar ein Hufeisen und eine alte Kartoffelhacke habe ich gefunden“, sagt Isolde Böhmke, während sie den mitgeführten Müllbeutel weiter mit alten Flaschen, Fischbüchsen und anderen Hinterlassenschaften füllt. Beim Frühjahrsputz sei sie jedes Jahr dabei, „schon seit er im Park stattgefunden hat“, erklärt die Seniorin. Mit rund 20 Mitgliedern ist der Sportverein SV 1885 Golßen dabei. „Als Kind bin ich hier oft rodeln gewesen, das war in den letzten Jahren nur noch eingeschränkt möglich“, erzählt Trainer Ralf Pohland. Es sei gut, den zugewachsenen Hügel wieder freizumachen. „Der Anblick wird sich auch verbessern“, ist sich der Golßener sicher. Dazu tragen auch Malermeister Matthias Albrecht und Stadtverordneter Dirk Logisch mit ihren Freischneidern bei. In diesem Jahr seien besonders viele Einwohner beim Frühjahrsputz mit von der Partie, so ihr Eindruck. „Das ist auch gut, denn so wird schnell viel geschafft“, sind sie sich beide einig.
Die Holz-Verarbeitungskette auf dem Gelände funktioniert perfekt. Zwei Häcksler sind im Dauereinsatz und produzieren Berge von Holzhackschnitzeln. Einen davon füttert der Stadtverordnete Hartmut Laubisch mit. „Den Utzenberg aufzuräumen, hatten wir schon lange geplant, um dieses Stück Golßener Vergangenheit wieder sichtbar zu machen“, sagt er. Mit zwei Motorsägen rücken die Golßener Feuerwehrleute dem Wildwuchs zu Leibe. Besonders stark vertreten ist dabei die Jugendfeuerwehr. „Seit drei Jahren beteiligen wir uns am Frühjahrsputz. Das ist zugleich unser Umweltbeitrag“, erklärt Jugendfeuerwehrwart Daniel Brost.
Ulrich Engelhardt vom Rassegeflügelzuchtverein freut sich über die große Beteiligung: „Es wird Zeit, dass hier etwas gemacht wird. Wenn so viele dabei sind, wird auch viel geschafft“, stellt er fest.
Holz fürs Osterfeuer
Im Ergebnis der Räumaktion ist viel Holz angefallen, so dass während der Pause bei Bockwurst und Brötchen die Idee entsteht, das Osterfeuer am Utzenberg zu veranstalten.
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