16. April 2010, 00:00 Uhr
Golßens Ortswehr soll Stadtwappen nicht tragen
Letztes Wort haben die Stadtverordneten
Golßen
Die Vereine der Stadt Golßen, darunter der Golßener Carnevals-Club, der Feuerwehrverein sowie der Sportverein, dürfen das Stadtwappen tragen. Dafür hat sich der Hauptausschuss während seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen.
Nicht abgesegnet hat das Gremium dagegen der Antrag der Ortswehr, die gern weiter das Wappen auf ihren Uniformen und T-Shirts tragen möchte. Wie Golßens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) zur Begründung sagte, ist das Amt Golßener Land Träger der Golßener Feuerwehr, nicht die Stadt. „Die Entscheidung bereitet mir Bauchschmerzen“, gab Kolan zu. „Aber wenn wir jeder natürlichen Person die Nutzung erlauben, kommen wir mit der Bearbeitung von Anträgen nicht mehr hinterher“, so der Bürgermeister. Die Stadtverordneten hatten die Verwendung des Stadtwappens mit rotem Hintergrund und blauer Zinne vor einigen Monaten geregelt. Demnach muss das Führen und Verwenden des Wappens künftig durch die Stadtverordnetenversammlung genehmigt werden. Hintergrund war laut Kolan, dass das Stadtwappen privat und gewerblich zuvor ohne Zustimmung der Stadt genutzt worden war.
„Wir wollen das Wappen auf unsere T-Shirts drucken“, erklärte der stellvertretende Ortswehrführer Ronny Schulz. Auf den Dienstuniformen würden sowieso aktuell das Amts- und das Stadtwappen angebracht sein, sagte er. „Das Wappen gab es schon zu DDR-Zeiten. Wir sind immer noch die Golßener Feuerwehr. Es gehört zu uns“, so Ronny Schulz. „Warum dürfen wir es nun plötzlich nicht mehr tragen?“, äußerte er Unverständnis.
„Es wird wegen der Satzung immer Unstimmigkeiten geben“, erklärte Hauptausschuss-Mitglied Gerd Pietrzok (SPD). Doch das Gebäude der Wehr sei aus Mitteln des Amtes Golßener Land bezahlt worden. Die Wehr gehöre dem Amt und werde durch das Amt finanziert, erklärte Pietrzok. „Ein Feuerwehrmann tritt als Amtsfeuerwehrmann auf. Wir müssen da einen klaren Strich ziehen“, forderte er. „Es ist eine schwierige Kiste“, versuchte Lars Kolan, die Diskussion zu einem Ende zubringen. Die Idee der Satzung sei es nun einmal gewesen, Missbrauchsfällen vorzubeugen und eindeutig zu sein. „Die Ortswehr ist kein Rechtsgebilde und kein Verein“, sagte er. „Dennoch sollten wir uns fragen, ob wir mit der Satzung erreicht haben, was wir wollten. Schließlich repräsentiert die Ortswehr unsere Stadt“, fügte er hinzu. „Ich bin mir nun nicht mehr sicher“, so Kolan.
Es werde immer Punkte geben, die Auslegungssache sind, stimmte Gerd Pietrzok zu. „Trotzdem sollten wir die Satzung nun nicht gleich durch den Wolf schieben.“
Lars Kolan schlug schließlich vor, den Antrag der Ortswehr ohne Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung weiterzuleiten. Dem wurde einstimmig stattgegeben. Die Sitzung findet am Montag, 19. April, ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.
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