Flächenbesitzer machen Druck auf Luckauer Verband
Agrarbetriebe fordern Härtefallregelungen/ Bürgerinitiative plant Demonstration
Luckau Der Druck auf den Luckauer Trink- und Abwasserzweckverband (TAZV) zur fairen Behandlung der Flächeneigentümer bei der Erhebung von Abwasserbeiträgen wächst. Die Bürgerinitiative TAZV will mit einer Demonstration am Donnerstag für den Fortbestand der alten Verbandssatzung kämpfen. Am heutigen Mittwoch berät der TAZV, der eine neue Satzung durchbringen will, mit Landwirten, die im Bauernverband Südbrandenburg organisiert sind.
Tausende Grundstücke betroffen
Genau das aber, so glaubt die Bürgerinitiative TAZV aus Kasel-Golzig, sei der Grund, warum sich der Trink- und Abwasserverband bislang nicht überzeugend für den Erhalt der alten Satzung stark mache. Der TAZV setzt darauf, künftig Beiträge für alle Flächen zu heben, für die die Anschlussmöglichkeit ans zentrale Netz besteht. Er verspricht sich davon Einnahmen in Millionenhöhe. Mit neuer Satzung würde die vierjährige Verjährungsfrist für Beitragsbescheide neu anlaufen. Damit könnten beispielsweise Besitzer von Baulücken zur Kasse gebeten werden, die bislang noch keine Bescheide erhielten. Aber auch Eigentümer von großen Grundstücken, für die bei der Berechnung die 40-Meter-Tiefenbegrenzung angesetzt worden war, müssten sich auf Nachforderungen einstellen. Wie Stefan Ladewig, beauftragter TAZV-Verbandsvorsteher, bestätigt, könnten sich für etwa 60 Prozent der 6800 Grundstücke im Verbandsgebiet Veränderungen ergeben.
Zeit bis 26. Februar
Das Verwaltungsgericht Cottbus hatte Ende Dezember die Abwasserbeitragssatzungen des TAZV Luckau aus den Jahren 1992 und 2007 wegen einer fehlenden Beitragskalkulation für nichtig erklärt. Zwar stellte der TAZV beim Oberverwaltungsgericht fristgerecht einen Antrag auf Berufung . „Doch wenn die Kalkulation nicht nachgereicht wird, ist der Antrag wertlos“, so Iris Fischer von der Bürgerinitiative. Nur noch bis zum 26. Februar sei Zeit, die Unterlagen beizubringen, sagt sie. Für die Bürgerinitiative sei ein Festhalten an der alten Satzung die gerechteste Lösung. „Die Bürger müssen darauf vertrauen können, dass Verjährtes verjährt bleibt“, sagt Iris Fischer.
Der TAZV warnt indes vor einem Verfahren. Es könne sich über Jahre hinziehen. In dieser Zeit könnten keine Abwasserbeiträge erhoben werden. „Die Gebühren pro Kubikmeter würden kräftig klettern. Verjährte Beitragsforderungen müssten die Kommunen über Umlagen ausgleichen“, so Stefan Ladewig. Die abschließende Entscheidung darüber, ob der Klageweg fortgesetzt wird, soll in einer außerordentlichen Verbandsversammlung am Mittwoch nächster Woche, dem 15. Februar, fallen.
Zum Thema:
Demo für den Erhalt der alten SatzungDie Bürgerinitiative TAZV ist Initiator einer Demonstration für den Erhalt der alten Abwasserbeitragssatzung und damit auch für eine Verjährung entsprechender Beitragsbescheide. Die Demo soll am morgigen Donnerstag, 9. Februar, ab 16 Uhr, vor dem Gebäude des Trink- und Abwasserzweckverbandes am Bahnhof in Luckau stattfinden.
Demo für den Erhalt der alten SatzungDie Bürgerinitiative TAZV ist Initiator einer Demonstration für den Erhalt der alten Abwasserbeitragssatzung und damit auch für eine Verjährung entsprechender Beitragsbescheide. Die Demo soll am morgigen Donnerstag, 9. Februar, ab 16 Uhr, vor dem Gebäude des Trink- und Abwasserzweckverbandes am Bahnhof in Luckau stattfinden.
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 08. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Februar 2012, 14:00 Uhr
Autor: Von Carmen Berg

Jüngste Kommentare (2)
Die Verjährung aushebeln
von Buergerstimme
Darum geht es doch in dem ganzen Spiel. Den Leuten suggerieren, man wäre mit der alten Satzung quasi "handlungsunfähig" und bräuchte deswegen ganz dringend eine neue. Ich hoffe wirklich, die Entscheidungsträger haben sich "unabhängig" informiert und wissen, was tatsächlich Sache ist. Und treten dann offen vor ihre Bürger und sagen ehrlich wofür sie stehen: Für den Schutz ihrer Bürger oder den Schutz ihrer eigenen Stadtkasse. Alles andere ist Augenwischerei.
Rette sich wer kann!
von Buergerstimme
Es ist einfach UNFASSBAR wie sich der Verbandsvorsteher des TAZV immer wieder mit nachweislich(!) FALSCHEN Behauptungen in die Öffentlichkeit wagt und den Leuten damit Angst macht. Und dabei noch nicht mal merkt, wie er sich damit sein eigenes Grab schaufelt. Das Märchen von den Abwasserbeiträgen, die angeblich nicht auf Grundlage der alten Satzung erhoben werden dürfen, ist absurd. Das Ganze soll dann in der Konsequenz auch noch Schuld an den Gebührensteigerungen sein?! Bei so viel (bewusster) Falschinformation auf einem Haufen wird einem richtig schwindelig...