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Luckau/Dahme

Fehlarme sorgen für Ärger bei Golßener Feuerwehr

Golßen 23 mal sind Feuerwehren des Amtes Golßener Land im vergangenen Jahr vergeblich ausgerückt, weil Brandmeldeanlagen Fehlalarme ausgelöst hatten. In diesem Jahr waren es bereits elf solcher Einsätze.

05.05.2010

Darüber hat Golßens Amtsbrandmeister Frank Radke vor dem Amtsausschuss informiert. »Die Kameraden setzen dafür unnötig Freizeit ein, haben zusätzlichen Aufwand«, sagte er. Im vergangenen Jahr sei die Spreewaldkonserve ein Schwerpunkt gewesen. In jüngerer Zeit halte die Anlage im neuen Salatwerk der Fleisch- und Wurstwarenfabrik die Feuerwehrleute auf Trab, erklärte Radke.

Amtsdirektorin Ursula Schadow (CDU) sagte, die Firmen seien »nicht erfreut darüber, diese Anlagen einbauen zu müssen«. Das Salatwerk ist eine neue Produktionsstätte. Die Brandmelder hätten deshalb nie bei vollem Betrieb getestet werden können. »Die Anlage entspricht zwar theoretisch neuestem Standard. Aber bestimmte Betriebszustände sind nicht vorausschaubar«, sagte die Verwaltungschefin. Das Sauberpusten eines Schlauches habe gereicht, um Alarm auszulösen, nannte sie ein Beispiel.

Keine Rückrufmöglichkeit

Nach einem Gespräch mit dem Werksleiter sei ein weiterer Knackpunkt deutlich geworden. »Es gibt keine Telefonnummer, unter der der Betrieb im Falle eines Fehlalarmes sofort Bescheid geben kann«, sagte Ursula Schadow und nannte das ein Unding. Die Fleisch- und Wurstwaren GmbH habe wegen der Startprobleme beantragt, bis zum Jahresende Fehl-Einsätze der Feuerwehr nicht bezahlen zu müssen, erklärte sie.

Wolfgang Luplow, Bürgermeister der Gemeinde Steinreich, bestätigte aus eigener Erfahrung Anfangsprobleme bei neuen Brandmeldern. Als in den Glieniger Wohnstätten im Jahr 2005 die Technik eingebaut wurde, »gab es noch 300 Sekunden Zeit, den Alarm zurückzusetzen. Das geht heute nicht mehr«, bedauerte er. »Mit der Wiedereinführung der Erkundungszeit ließen sich Fehlalarme deutlich reduzieren«, so Luplows Überzeugung.

Ronny Schulz, stellvertretender Ortswehrführer von Golßen, sah einen Teil der Probleme als hausgemacht an. »Wenn man in der Halle kärchert, weiß man, es gibt Rauch und muss vorher die Melder abschalten«, sagte er.

Befristete Befreiung

Der Amtsausschuss-Vorsitzende und Golßener Bürgermeister Lars Kolan (SPD) schloss sich dem Standpunkt an. Das Gremium folgte seinem Vorschlag, die Kostenerstattung für Fehleinsätze beim Fleischwarenhersteller zunächst nur bis zum 30. Juni auszusetzen. Zudem sollen Feuerwehrleute bei einem erneuten Vor-Ort-Termin dem Werk praktische Tipps geben, um künftig falsche Notrufe zu vermeiden.

Die Fehlalarme, so Amtsbrandmeister Radke, seien in den Ortswehren Anlass für eine Diskussion darüber, Feuerwehren besondere Einsätze künftig mit einem Obolus zu vergüten. Dafür würde eine entsprechende Satzung nötig. Radke berichtete, es sei an mehrstündige Einsätze wie bei Waldbränden oder großen Sturmschäden gedacht. Als Summe seien 20 Euro pro Einsatz und Wehr im Gespräch.Wolfgang Luplow sagte, die Meinung der Kameraden in den Wehren zu der Sonderzahlung sei differenziert. »Es muss deutlich bleiben, dass Feuerwehrarbeit ein Ehrenamt ist«, forderte er.

Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schulz erinnerte daran, dass es die Entschädigung im Golßener Land schon einmal gab. »Sie wurde abgelöst durch eine jährliche Dankeschön-Veranstaltung, für die 2000 Euro zur Verfügung gestellt werden«, erklärte er. Es sei denkbar, diese Summe künftig auf besondere Einsätze aufzuteilen. Kriterien dafür müssten die Ortswehren erstellen, so Schulz.
Carmen Berg
 
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