15. März 2010, 00:00 Uhr

Fachsimpeln übers Töpfern in Prierow

Claudia Karer lässt sich über die Schulter schauen

Prierow In Prierow hat Töpfermeisterin Claudia Karer Gästen Einblicke in ihre Arbeit gewährt. Sie beteiligte sich am Wochenende am bundesweiten Tag der Töpfer- und Keramikwerkstätten, der zum fünften Mal stattfand.

In ihrer Werkstatt gibt Töpfermeisterin Claudia Karer ihren Besuchern Kerstin und Klaus-Dieter Krüger (von rechts) Einblick in die Herstellung der rissigen Struktur in der Glasur. Foto: Birgit Keilbach Foto: Birgit Keilbach
„Wir hatten Claudia Karer auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt/Oder kennengelernt und Tassen bei ihr gekauft. Deshalb haben wir uns heute ihre Werkstatt gezielt für einen Besuch ausgewählt“, erzählen Kerstin und Klaus-Dieter Krüger. Neugierig darauf, wie die Töpfermeisterin ihre irdenen Gefäße herstellt, hat sich das in Lawitz bei Eisenhüttenstadt wohnende Ehepaar auf den Weg gemacht. Sie habe ein Faible für Keramik und viel getöpfertes Geschirr im Gebrauch, sagt Kerstin Krüger. Zudem sei Töpfern seit rund 15 Jahren ihr Hobby. „Ich gestalte jedoch Aufbaukeramik, mit der Töpferscheibe komme ich nicht zurecht.“ Übertöpfe, Blumenkästen und Keramik für den Garten als Dekoration seien ihre Stärke, erzählt sie.

Haarrisse in der Glasur

Wie ihr das Craquelé, die rissige Oberfläche, gelingt, erklärt Claudia Karer der Hobbytöpferin. Bei dieser besonderen Technik wird der Glasurbrand unterbrochen, dann das Craquelé gesetzt und anschließend der zweite Glattbrand durchgeführt, erläutert die Töpfermeisterin. So entstünden die Haarrisse in der Glasur, ein Markenzeichen der Karerschen Keramik.

Während Tassen, Schalen und Eierbecher im Brennofen ihren Glattbrand erhalten, fachsimpeln die zwei Frauen bei Kaffee und Kuchen übers Töpfern. WeshalbVasen aus Keramik nicht dicht halten, ist eine Frage, die beide Frauen bewegt. Vermutlich liege es daran, dass das Wasser über Tage im Gefäß steht, oder es bilde sich aufgrund von Temperaturunterschieden Kondenswasser am Vasenboden, sind sie sich bald einig. Sie klebe Filzplättchen unter die Vasen, „dann kommt Luft heran, und das Schwitzwasser kann verdunsten“, verrät Kerstin Krüger ihre Lösung. Untersetzer seien eine weitere Möglichkeit, um Möbeloberflächen und Teppiche zu schützen.

Zeit für Gespräche

„Der Tag der offenen Werkstatt ist eine gute Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch“, sagt Claudia Karer. „Auf den Märkten während der Saison ist oft keine Zeit für Gespräche“, fügt sie an. Interessant und anregend seien die Gespräche mit anderen, die sich mit der Gestaltung von Keramik beschäftigten, immer wieder. Fragen der Kunden könnten an diesem Tag beantwortet werden. Außerdem entwickelten sich allmählich enge, persönliche Beziehungen, nennt sie einen weiteren Grund, die Werkstatttüren zu öffnen.

Edeltraud und Günter Herrmann aus Erkner haben schon viele Töpferwerkstätten besucht. Diesen Tag nutzten sie jedes Jahr, um hinter die Kulissen der Keramikherstellung zu blicken. „Diesmal haben wir uns die Werkstatt in Prierow ausgewählt und wollen dann noch nach Neuzelle, um uns Ostereier anzuschauen“, erklärt das Ehepaar. „Es ist eine interessante Sache, neben der Töpferscheibe zu sitzen und zu verfolgen, wie eine Tasse oder ein Teller entsteht“, beschreibt Günter Herrmann, was ihn fasziniert. Immer wieder erstaune ihn, wie aus dem Klumpen Ton in kurzer Zeit ein Gefäß entstehe, geschickt von Töpfer-Händen geformt.
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Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. März 2010, 09:24 Uhr
Autor: Birgit Keilbach

Birgit Keilbach

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