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Luckau/Dahme

Dicke Luft in Golßen

Golßen In Golßen herrscht dicke Luft zwischen Amtsverwaltung und Feuerwehr. Gestritten wird über den Umgang mit einer Spende der Spreewaldkonserve Golßen in Höhe von 5000 Euro.

04.12.2009
Zum Eklat war es offensichtlich bereits am 14. November gekommen, als Feuerwehrleute die Dankeschönveranstaltung des Amtes boykottierten. Während der Sitzung des Amtsausschusses am Mittwochabend thematisierte Amtsdirektorin Ursula Schadow (CDU) den Streit. Sie räumte ein: „Wir haben einen Fehler gemacht.“ Gleichzeitig kritisierte sie aber das Verhalten der Feuerwehrmitglieder.

Reaktion auf Fehlalarme

Bislang unterstützte Konrad Linkenheil, Geschäftsführer der Spreewaldkonserve, das jährliche Fest des Amtes für die Feuerwehren mit einer Spende von 2000 Euro. „In den vergangenen Jahren sind durch die Technik des Unternehmens immer wieder Fehlalarmierungen ausgelöst worden“, erläuterte Ursula Schadow den Hintergrund des finanziellen Engagements Linkenheils. In diesem Jahr habe der Firmenchef während einer Zusammenkunft der Feuerwehren von Golßen, Glienig, Sellendorf, Zützen und Kasel-Golzig mit ihm sowie Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schulz am 21. Oktober erklärt, er gebe den Feuerwehrleuten 5000 Euro als Spende.

Mündliche Nebenabsprache

Mündlich abgesprochen wurde nach Ursula Schadows Angaben im Anschluss an die Sitzung zwischen dem Chef der Spreewaldkonserve und dem Ordnungsamtsleiter, dass die Summe aufgeteilt werden soll: 2000 Euro sollten wiederum als Zuschuss für die Dankeschönparty verwendet werden, 3000 Euro sollten die Feuerwehrvereine der beteiligten Wehren entsprechend ihrer Fehlalarm-Einsätze erhalten. „Das jedoch ist nicht in der Versammlung mitgeiteilt worden. Das war ein Fehler“, sagte die Amtsdirektorin. Aus dieser Nebenabrede habe sich ein Eklat entwickelt. Die Golßener Wehr habe sich betrogen gefühlt und das dem Amt gegenüber schriftlich erklärt.

Die Leitung der Golßener Feuerwehr bestätigte auf Nachfrage der RUNDSCHAU die Spendenzusage vom Geschäftsführer der Spreewaldkonserve. Die Zusammenkunft im Oktober sei anberaumt worden, um darüber zu beraten, wie die in diesem Jahr besonders häufig aufgetretenen Fehlalarme künftig vermieden werden können. „Weil Konrad Linkenheil dabei erfahren hat, dass wir keine Aufwandsentschädigung erhalten, sagte er zu uns: ‚Ihr bekommt 5000 Euro'“, erklärten Ortswehrführer Roland Golze und sein Stellvertreter Ronny Schulz. Das stehe so auch im Protokoll, das der Feuerwehrverein von der Firma erhalten habe. Somit seien die Feuerwehrleute davon ausgegangen, dass die beteiligten Wehren in Abhängigkeit von der Zahl der Einsätze einen Anteil von dieser Summe erhielten, erläuterten Golze und Schulz. Als am 12. November in einem Schreiben von der Amtsdirektorin mitgeteilt wurde, dass die Summe aufgeteilt werden soll, „haben wir dagegen Widerspruch eingelegt. Denn uns war nicht bekannt, dass nur ein Teil der Summe auf die Wehren aufgeteilt wird“.

Die Dankeschönveranstaltung habe die Golßener Wehr boykottiert, „weil wir mit der Vorgehensweise der Verwaltung nicht einverstanden sind. Sie verfügt über die Spende, ohne das mit uns abzusprechen, und stellt uns vor vollendete Tatsachen“, so die Wehrführung. „Von unserem Anteil, der aufgrund der 17 Einsätze eine gute Summe ergeben hätte, wollten wir Technik für die Ausbildung anschaffen“, fügten die Männer an.

Berechnung laut Satzung

Für Ursula Schadow war das Auftreten der anwesenden Feuerwehrleute bei jener Feier am 14. November, als Wertbons einfach auf die Tische gelegt worden seien, „unangemessen“. Von den boykottierenden Golßener Feuerwehrmännern sei sie „menschlich enttäuscht“. Zudem sei ihr „die Unruhe in der Golßener Wehr unverständlich“, erklärte sie. Schlussfolgerung sei, dass ab dem 1. Januar jeder Fehlalarm nach Satzung berechnet werde, erklärte Ursula Schadow.

Hartmut Laubisch (SPD) befürchtet, dass das Amt aufgrund der Querelen einen Sponsor verlieren könnte.
Von Birgit Keilbach
 
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