13. Dezember 2010, 00:00 Uhr

Der Mann hinter den Kulissen

Für die Musikschule ist Frank Strohfeld Schatzmeister, Bühnenbildner und Hausmeister

Luckau Wir suchen mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, jeweils aus drei Vorschlägen einen Menschen des Monats, um im Januar 2011 den „Menschen des Jahres“ küren zu können – in einer Leserwahl. Mensch des Monats November wurde Anke Müller aus Lübben. Für Dezember stellen wir Frank Strohfeld aus Luckau vor, der ehrenamtlich für die Niederlausitzer Musik- und Kunstschule die Finanzen regelt und außerdem noch Hausmeister ist, Kulissen baut und auch mal als Statist einspringt.

Frank Strohfeld ist Schatzmeister des Vereins Niederlausitzer Musik- und Kunstschule, außerdem Mädchen für alles und Statist. Foto: Juliane Preiß Foto: Juliane Preiß
Frank Strohfeld arbeitet lieber hinter den Kulissen. Genauer gesagt, werkelt er an diesen herum. Wenn für die Theaterprojekte der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule ein Podest, ein Riese oder ein sprechender Baum gebraucht wird, nimmt Frank Strohfeld die Werkzeugkiste zur Hand. „Das Arbeiten rund um die Theaterstücke und Musicals macht mir am meisten Spaß“, sagt der schmale 44-Jährige. Für das Kindermusical Traumzauberbaum hat er aus einer Menge Draht und buntem Tüll einen großen Baum gebastelt.

 

Eigentlich ist Frank Strohfeld Schatzmeister im Verein der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule. Seit sechs Jahren kümmert er sich ehrenamtlich um Honorare, Gebühren, schafft Fördergelder heran. „Natürlich immer in Absprache mit dem Vorstand“, sagt Strohfeld. Mit Zahlen im weitesten Sinn kennt er sich aus. Er arbeitet als Vermessungstechniker beim Landkreis Dahme-Spreewald. Wenn er in Lübben Feierabend hat, fährt er oft in die Musikschule. Schon allein, um seine Frau Renate mal zu Gesicht zu bekommen, die als stellvertretende Leiterin viel Zeit in der Schule verbringt. Und wenn er da ist, wird er auch gebraucht. Immer wieder steckt jemand den Kopf zur Bürotür herein und sagt: „Ach Frank, du bist ja auch hier.“ Mal ist eine Lampe auszuwechseln, ein Regal anzuschrauben oder ein Musikinstrument zu reparieren. Durch die geschlossene Tür ist der Schulbetrieb unüberhörbar, mal ein paar heisere Flötentöne, mal ein wunderbares Klavierstück. „Hier ist man immer von Musik umgeben, das ist schön. Nur, wenn jemand anfängt, Geige zu lernen, kann sich das ganz schön grässlich anhören.“

 

Er selbst hat als Kind C-Flöte gelernt, aber irgendwann sei Flöte eben nicht mehr angesagt gewesen, sagt Frank Strohfeld. „Jetzt nehme ich hier in der Schule Alt-Saxofon-Unterricht. Das Instrument hat mich schon immer interessiert.“ Er spielt aber lieber für sich. „Ich bin kein Mensch, der auftreten muss, ob mit oder ohne Instrument.“ Die öffentlichen Auftritte überlässt Strohfeld seiner Frau und deren Schülern. Manchmal muss er aber doch ran und mit der „Familienband“ auf kleineren Feiern spielen. Die beiden Kinder von Frank und Renate Strohfeld, ein 18-jähriger Sohn und eine 21-jährige Tochter, sind meistens dabei. „Wir spielen zusammen irische Musik. Auch wenn wir mehrere Leute sind, bin ich jedes Mal höllisch aufgeregt“, sagt Frank Strohfeld, schaut zu Boden und knetet die Finger. Musikalisch hat Frank Strohfeld keine bestimmten Vorlieben. „Ich höre alles, auch Radio.“ Das Thema Musikschule ist bei Strohfelds immer aktuell. „Das ist nichts, was wir einfach beiseite legen können. Auch bei Abendessen diskutieren wir weiter.“ Den Haushalt des Vereins für 2011 hat sich Frank Strohfeld für die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester vorgenommen. „Dann hab ich Ruhe und Zeit.“ Dass er seine Freizeit opfert, spielt keine Rolle. Auch seinen Urlaub stimmt er mit der Arbeit in der Musikschule ab. „Bei den Theaterprojekten bin ich immer dabei.“ Dann bastelt er Bühnenbilder, fährt zu den Aufführungen mit und ist mentale Stütze der kleinen Darsteller und Sänger. „Und wenn mal wieder ein Pferd gebraucht wird, springe ich auch ein.“ Wie im Juni 2009, als Frank Strohfeld als Vorderteil eines Pferdes beim Schwarzlichttheater durch die Bornsdorfer Kirche galoppiert war.
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Erstellt am: 13. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. Dezember 2010, 09:59 Uhr
Autor: Von Juliane Preiß

Von Juliane Preiß

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