23. Februar 2010, 00:00 Uhr

Dahmer Oberschule punktet mit Praxislernen

Konzept findet Anklang bei Besuchern zum Tag der offenen Tür

Dahme Im Physikraum der Dahmer Otto-Unverdorben-Oberschule zeigt Carolin Urban aus der 7. Klasse neugierigen Sechstklässlern beim Tag der offenen Tür ein Experiment zur elek trischen Schaltung. Ein Physik-As sei sie nicht, sagt Carolin. Deshalb habe sie sich gefreut, dass ihre Lehrerin ihr die Aufgabe zutraute.

„Schülern wie Carolin will ich die Angst nehmen. Sie sollen Lust bekommen, sich einzubringen“, erklärt Gudrun Reichert, Physiklehrerin und stellvertretende Schulleiterin. Die Kinder zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu führen, sei ein Anliegen der Schule, sagt sie und verweist auf das in Dahme entwickelte Konzept des Praxislernens. „Für uns ist die Praxisorientierung der Grund, unseren Sohn an der Schule anzumelden“, erzählt Viola Ernst, Mutter des zwölfjährigen Fabian.

Auf einer Schautafel sind die Bausteine des Konzeptes dargestellt: altersgerecht für jede Jahrgangsstufe. Sie beginnen bei Schnuppertagen für die Siebentklässler beim Qualifizierungsverein Niederer Fläming in Luckenwalde, der Jugendliche in verschiedenen Berufen ausbildet. Ältere Schüler helfen bei Unterrichtstagen vor Ort und Praktika in Dahmer Unternehmen.

Carolin erzählt, sie sei mit ihrer Klasse gerade in den Ausbildungsstätten in Luckenwalde gewesen. „Metall- oder Holzverarbeitung ist nicht mein Ding, Kochen schon eher“, so ihr Fazit. In der achten Klasse werde sie auch Berufe im sozialen und im Dienstleistungsbereich kennenlernen. Darauf sei sie gespannt, so die Schülerin.

Markus Mahlow von der Grundschule in Petkus ist mit seinem Vater gekommen. Beide hatten sich zuvor in ihrer Nähe bereits die Schule in Baruth angesehen.„In Dahme ist es schöner“, stellt Markus fest.

Zuspruch aus Baruth

Bei Kindern und Eltern aus dem Raum Baruth finde die Unverdorben-Schule wachsenden Zuspruch, bestätigt Direktor Henri Kuhl. Zwei Schüler seien nach den Winterferien nach Dahme gewechselt, so dass dort jetzt acht Baruther in den siebenten Klassen lernen. Was bei den Nachbarn offenbar nicht gern gesehen wird. Für das neue Schuljahr sei es den Dahmensern untersagt worden, sich in Baruth vorzustellen, erzählt der Schulleiter. Doch er setzt darauf, dass Mund-Propaganda zufriedener Eltern und Schüler das ihre tun wird.

Staunen am Fernrohr

„Besonders die Freizeiträume sind toll“, schwärmt Markus. Sie sind Teil des offenen Ganztagsangebotes, bei dem die Schüler zwischen 18 Arbeitsgemeinschaften die Wahl haben. Im Flur hat Jochen Rose Fernrohre aufgebaut. Kinder und Eltern staunen, wie sie damit Dinge entdecken, die ihnen vorher nicht aufgefallen waren. Der Physiker leitet eine Astronomie-Arbeitsgemeinschaft. Außerhalb des Unterrichts kämen Naturwissenschaften oft zu kurz. Dagegen wolle er etwas tun, begründet Jochen Rose sein Engagement.

Im Schulcafé, einem weiteren Ganztagsangebot, können sich die Besucher an mit Blumen dekorierten Tischen stärken. „Im Café wollten so viele Kinder mitmachen, dass eine Auswahl nötig wurde“, sagt der zuständige Lehrer Heinz Richter. Es habe ein Bewerbungsverfahren mit Vorstellungsgesprächen gegeben, ganz wie im Job. „Auch das ist Praxislernen“, so der Pädagoge.
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Erstellt am: 23. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 23. Februar 2010, 10:44 Uhr
Autor: Von Carmen Berg

Von Carmen Berg

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