11. Juni 2009, 00:00 Uhr

Atemtest im Schlachthof Kasel-Golzig

Feuerwehren üben im Vion-Werk Einsatz mit Maske und Rettungsleiter

Kasel-Golzig Feuerwehren aus Kasel-Golzig, Golßen und Zützen haben im Vion-Fleischwerk Kasel-Golzig getestet, wie im Ernstfall Menschen aus dem Werk gerettet und ein Brand gelöscht werden können. 37 Feuerwehrleute beteiligten sich an der unangekündigten Übung. Golßens Amtsbrandmeister Frank Radke zeigte sich am Ende des Abends mit dem Ergebnis zufrieden.

Wie sich die Wege im Fleischwerk unter einer Atemschutzmaske bewältigen lassen, war eine der Fragen, die der Einsatz klären sollte. Dieser Feuerwehrmann musste sich beim Aufsetzen helfen lassen. Fotos: Tilo Winkler
Es ist ein Freitagabend, als der Alarm ausgelöst wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute verfügbar sind, ist damit relativ hoch. Doch deshalb sei der Zeitpunkt nicht gewählt worden, sagt Wilfried Knöfel. Der 54-jährige Zützener ist Werkstattleiter im Schlachthof und zugleich Brandschutzbeauftragter in dem Unternehmen. „Die Produktion läuft jetzt nur noch in geringem Umfang. Am Tag würde die Übung den gesamten Ablauf durcheinander bringen und die Auslieferung gefährden“, so Knöfel – selbst Feuerwehrmann, aber nicht mehr aktiv.

Es vergehen nur wenige Minuten, bis das erste Fahrzeug aus Kasel-Golzig eintrifft. Die anderen folgen binnen 18 Minuten. Amtsbrandmeister Frank Radke erläutert die angenommene Situation: In einer Kabelbahn in der Techniksektion ist ein Feuer ausgebrochen. Räume sind stark verraucht. Menschen flüchten über den einzigen Treppenaufgang aufs Dach.

„Derartige Einsatzübungen sind für Unternehmen wie unserem vorgeschrieben“, sagt Wilfried Knöfel.

Als die Feuerwehrleute bemerken, dass es kein Ernstfall ist, gehen sie die einzelnen Schritte etwas ruhiger an. „Geschwindigkeit steht heute auch nicht im Vordergrund“, erklärt Frank Radke. Vielmehr solle getestet werden, wie sich die Wege für die Retter darstellen, ob die Entfernungen auch mit einer Atemschutzmaske zu schaffen sind. „Es ist zu schaffen, aber unter großen Anstrengungen“, wird der 48-Jährige während der Auswertung sagen. Außerdem gehe es darum, den festgelegten Standort für die Drehleiter zu testen, über die die aufs Dach geflüchteten Menschen gerettet werden sollen. „Die Drehleiter haben wir aus Luckau angefordert“, ergänzt Radke. Der Leiterplatz besteht den Test ebenso.

Vion-Betriebsleiter Ralf Breitenfeld beobachtet das Treiben. Für ihn sei die Übung keine lästige Pflicht, sagt der 43-Jährige. „Ich habe vor zwei Jahren am eigenen Leib erfahren, wie es ist, bei einem Brand über eine Leiter gerettet zu werden“, erzählt er. Damals sei das Feuer in einer Pension ausgebrochen, in der er übernachtet hatte. „Seitdem weiß ich noch mehr zu schätzen, was die Feuerwehr leistet“, so Ralf Breitenfeld. Auch im Fleischwerk selbst habe es schon gebrannt. „Im Abwassergebäude hatte vor gut einem Jahr ein alter Radlader ein Feuer ausgelöst“, ergänzt der Betriebsleiter.
Es ist einige Kraftanstrengung vonnöten, um den Löschwasseranschluss freizulegen.
Der Standort der Drehleiter wurde getestet und für gut befunden.
Betriebsleiter Ralf Breitenfeld (l.) und Werkstattleiter Wilfried Knöfel beobachten das Treiben der Feuerwehrleute. Knöfel ist Brandschutzbeauftragter bei Vion Kasel-Golzig.
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Erstellt am: 11. Juni 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. Juni 2009, 09:28 Uhr
Autor: Von Tilo Winkler

Von Tilo Winkler

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