Altes Wasserrad wird zum Künstlertreff
Erster Familien-Kultursommer soll die Sanierung einer Mühle aus dem Jahr 1722 in Wildau-Wentdorf unterstützen
Wildau-Wentdorf Mit anspruchsvoller Kunst, die nichts kostet, wollen Christina Berger (39) und Matthias Kiekbusch (43) die Sanierung ihrer historischen Wassermühle in Wildau-Wentdorf finanzieren. Beim ersten Familien-Kultursommer in der Neuen Mühle stehen sechs Benefizveranstaltungen auf dem Programm.
Mehrere Hunderttausend Euro werde es kosten, das Bauwerk auf Vordermann zu bringen, sagt Christina Berger. Eine Summe, die die Familientherapeutin und ihr Mann, der ebenfalls im sozialen Bereich tätig ist, nicht in der Portokasse haben. Seit dem vergangenen Oktober unterstützt ein Förderverein das ehrgeizige Projekt.
Die Idee, mit Benefizveranstaltungen Geld für die Sanierung anzusparen, scheint aufzugehen. Für den ersten Familien-Kultursommer haben unter anderem Liedermacher Gerhard Schöne (13. August) sowie Krimi-Autor Horst Bosetzky (10. September) ihr unentgeltliches Kommen zugesagt. Bereits am 15. Juli werden die Oboistin Antje Thalbach und der Pianist Tobias Schwencke klassische Werke aus verschiedenen Epochen in der Mühle zu Gehör bringen. Auf die Kinder warten Clowns, Puppentheater und zum Saisonausklang (1. Oktober) ein Drachenfest. „Wir holen uns die Kultur aufs Land“, sagt Christina Berger.
Mit Mann und Kindern hat die 39-Jährige der Großstadt Berlin den Rücken gekehrt und nach einigen Jahren im Landkreis Elbe-Elster seit 2007 im Flämingort Wildau-Wentdorf ihr Zuhause gefunden. „Ein idealer Platz, um unseren Traum zu leben“, sagt sie. Der Dahme-Mühlen-Radwanderweg sowie die Fläming-Skate führen am Grundstück vorbei. Im einstigen Wohnhaus des Müllers, das die Familie derzeit selbst nutzt, sollen später einmal große, behindertengerechte Ferienwohnungen entstehen. In den Ställen des Hofes sowie auf den weitläufigen Wiesen siedeln Christina Berger und Matthias Kiekbusch alte Haustierrassen an. Sattelschweine gibt es, Harzziegen, Geflügel und Pferde. Die Mühleneigentümer setzen auf Ursprünglichkeit, auf die Nähe zur Natur. Das Wasserrad treibt einen Generator an, der den Strom erzeugt für die Warmwasserbereitung.
Ein Gegenpol wollen sie sein zur medien- und konsumorientierten Gesellschaft, sagt Christina Berger. So wird es in ihren Fremdenzimmern keine Fernseher geben. Stattdessen haben sie für ihr Lesecafé 5000 Bücher zusammengetragen. Auch Bootfahren auf der Dahme bieten sie als Alternative zur Fernsehcouch.
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Zum ThemaZum Mühlentag am Pfingstmontag erwarten Christina Berger und Matthias Kiekbusch ab 10 Uhr ihre Gäste an der Neuen Mühle. Sie können die Wassermühle besichtigen, ins Café einkehren und sich von Clowns und Puppenspielern unterhalten lassen. Zudem im Angebot sind Basteln für Kinder, Ponyreiten, Streichelzoo und Ruderboot fahren.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 10. Juni 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 10. Juni 2011, 01:39 Uhr
Autor: Von Carmen Berg

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