Zum 110-jährigen Jubiläum gibt es ein umfangreiches Programm / Start heute mit Fackelumzug und Disko
Wiednitz
Seit 110 Jahren gibt es den Radfahrverein 1900 Wiednitz. Daher ist das heute beginnende 19. Teich- und Vereinsfest der Gemeinde Wiednitz diesem Jubiläum gewidmet. Das dreitägige Festprogramm ist bunt gemixt, wird aber natürlich vom Hallenradsport dominiert. Hier ein Blick in dessen Geschichte:
Der Radfahrverein Wiednitz 1900 e.V. feiert am Wochenende beim 19. Teich- und Vereinsfest der Gemeinde Wiednitz sein 110-jähriges Gründungs-Jubiläum. Aus diesem Anlass entstand dieses Erinnerungsfoto mit aktiven und ehemaligen Hallenradsportlern. Foto: Werner Müller Foto: Werner Müller
Im Jahre 1900 wurde der Radfahr-Verein „Adler“ Wiednitz gegründet. Zu den Gründervätern zählten Männer wie Reinhold Füssel, August Lehmann, Martin Meisler und Emil Mütze. Mit der Entwicklung des Fahrrades begann man, auf dem Parkett Reigen zu fahren, das heutige Kunstradfahren.1913 wurde in Wiednitz als zweiter Verein der Turnverein Wiednitz gegründet. Beide Vereine standen im sportlichen Wettstreit um beste Ergebnisse, bis der 1. Weltkrieg ihr Wirken unterbrach. Viele Sportler beider Vereine ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben.Steigene Anzahl an VereinenNach dem Krieg wurde in zwei Turnvereinen und einem Radfahrverein wieder Sport getrieben. Im Jahre 1925 gab es die erste Radballmannschaft in Wiednitz, die damals aus drei Sportlern bestand.Politische Auseinandersetzungen führten im Mai 1925 zur Gründung des Arbeiter-Radfahrvereines „Solidarität“. Von 1925 bis 1933 trainierten der Radfahrverein „Adler“ im Gasthof Friedrich „Zum preußischen Adler“ auf Frischauf-Rädern und der Radfahrverein „Solidarität“ auf Urania-Rädern im Gasthof Jägerhof in Wiednitz.1933 erfolgte ein Verbot des Radfahrvereins „Solidarität“ in Wiednitz. Aber auch die Radsportler des Radfahrverein „Adler“ schlossen sich damals nicht dem neuen Reichssportbund an. Von 1933 bis 1945 wurde in Wiednitz kein Radsport mehr organisiert betrieben. Viele Sportler wurden zur Wehrmacht eingezogen und sind im Krieg gefallen oder kehrten aus der Gefangenschaft nicht zurück.1949/1950 gab es erste zaghafte Versuche, den Radsport in Wiednitz neu zu organisieren. Männer wie Oskar Jurisch, Karl Twarig, Erich Jurisch, Artur Müller, Fritz Knösche, Walter Noske und Arno Koschminder waren die alten Hasen. Und auch neue Mitstreiter wie Herbert Natusch, Fritz Preuß fanden sich. 1950 fand die Neugründungsversammlung im Jägerhof von Wiednitz statt. Neben dem Kunstradfahren wurde auch der Radball neu belebt. 1953 wurden die Mädchen Kreismeister im Kunstradfahren. Aber auch der Radball gewann damals immer mehr an Bedeutung. Die aktivsten Mitglieder waren damals Siegmar Jenchen/Horst Sickert, Günter Jurisch/Achim Tschirschwitz, Horst Twarog/Siegmar Nowack als Schüler. Bei den Mädchen waren es Ingrid Friedrich, Regina Kunath, Luise Bredack, Brigitte Lugk, Margit Friedrich, Margot Walter, Edeltraud Jurisch, Erika Kühne, Johanna Lugk und Edda Zschieschang, die sich für das Reigenfahren (Kunstradfahren) interessierten. 1954 startete eine Sechser-Mannschaft von Schülerinnen aus Wiednitz bei den Deutschen Meisterschaften und holte Silber. Das Radball-Gespann Friedhelm Twarog/Wilfried Sickert erkämpfte einen beachtlichen 4. Platz bei den Meisterschaften.Nach heftigen Diskussion wegen erneuter politischer Bevormundung wie in den Dreißigerjahren, schlossen sich die Wiednitzer Hallenradsportler 1955 der BSG Heide/Wiednitz als Sektion Hallenradsport an. 1957 erkämpften Siegmar Jenchen und Horst Sickert den Titel Deutscher Meister im Hallenradball. Vizemeister im Kunstradfahren der Jugend wurden 1958 Christa Petzold und Margit Friedrich.Mehrfach MeisterehrenSpäter schafften Friedhelm Twarog und Dietmar Köckritz den Aufstieg in die DDR-Oberliga. Die Sechser-Damengruppe belegte Platz 6 in der DDR-Liga. 1975 holte die Sechsergruppe der Schülerinnen den DDR-Meistertitel. 1978 eroberten Thomas Glatz/Torsten Noack den Radball-DDR-Meistertitel.In den Achtzigerjahren war Wiednitz Gastgeber des DDR-Verbandspokals im Kunstradfahren sowie von DDR-Meisterschaften. Der bislang größte Erfolg datiert im Jahre 1990. Torsten Mager und Heiko Zschech wurden Junioren-Europameister in Bülsch in der Schweiz. Niemand hatte damit gerechnet. Zur Siegerehrung war die Hymne der DDR nicht gespeichert.Die Wende brachte dann Veränderungen in den Vereinsstrukturen. Die BSG Heide/Wiednitz wurde aufgelöst. Der Geldhahn war zugedreht. Am 23. Juni 1993 entschlossen sich die Wiednitzer Hallenradsportler, wieder eigenständig zu werden und den „Radfahr-Verein 1900 Wiednitz e.V.“ zu gründen.Auch in den Folgejahren erreichten die Wiednitzer Sportler Spitzenergebnisse selbst auf Bundesebene. Radballer waren beim Deutschlandpokal der U23 dabei und erreichten 1996 die Qualifikation zur 2. Bundesliga im Radball.Klaus Zschech, der seit 1981 die Leitung der damaligen Sektion Hallenradsport der BSG Heide/Wiednitz und später des Vereins inne hatte, gab im Frühjahr dieses Jahres nach fast 30 Jahren den Vorsitz ab. Eine neue Generation von Hallenradsportlern unter Leitung des 22-jährigen René Dingel übernahm die Führung des Traditionsvereins, der zurzeit 65 Mitglieder in den Abteilungen Radball und Kunstradfahren hat. no
Zum Thema: Heute, 27. August20.30 Uhr: Fackelumzug - Stellplatz am Bahnhofvorplatz21 Uhr: Disco (Hau den Lukas)Samstag, 28. August11 Uhr: Geflügelausstellung, „Carfashionmeile“ und musikalische Umrahmung12 Uhr: Beginn Losverkauf, Mittag aus der Gulaschkanone13 Uhr: Männer-Radball-Turnier im Saal „Jägerhof“ (bis 18 Uhr); Spaß mit Motorradfahrern.14 Uhr: Kinderbeschäftigung; Quadfahren für Groß und Klein; Veranstaltungsmix mit Kunstradfahr-Show, Line-Dance und Komiker „Der lustige Hubertus“17 Uhr: Tombolaverlosung18 Uhr: Siegerehrung Radball-Turnier; Auftritt des Spielmannszug Wiednitz/Schwarzkollm.20 Uhr: Tanz mit „Color“Sonntag, 29. August8.30 Uhr: Wiednitzer Hähnekrähen (bis 10 Uhr)10 Uhr: Schiffs- und Straßenmodelle auf und am Großteich11 Uhr: Frühschoppen mit den Grünewalder Musikanten und der Bauchtanzgruppe (bis 13 Uhr)12 Uhr. Feldküche (Erbsen)14 Uhr: Präsentation von Greifen und Eulen (bis 15 Uhr)15 Uhr: Sch(m)erzbuben – eine Musikparodieshow (bis 16 Uhr)bis 17 Uhr: Musikalischer Ausklang Eintritt ist frei
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Erstellt am: 27. August 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 27. August 2010, 01:32 Uhr
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