Vom Haag in Betonverschläge
Ein Tierparadies ist Granjas Koki in der spanischen Region Kastilien – La Mancha sicher nicht. Das kann man in einem Nachrichtenfilm sehen, den der spanische Fernsehsender Telecinco im Mai ausgestrahlt hat. An die Einrichtung wurden auch Tiere aus Hoyerswerda abgeben.
Ardea führt nach Spanien
Von Granjas Koki führen Verbindungen nach Hoyerswerda, an den Haag. Der dortige Zoo hat ausweislich seiner Hauszeitschrift Ardea zwischen 1998 und 2006 mehr als ein Dutzend Tiere nach Granjas Koki abgegeben, darunter einen Leoparden, vier Stachelschweine und ein Trampeltier. Genau diese Arten sind im Telecinco-Film auch zu sehen.
Granjas Koki ist eine von acht spanischen Einrichtungem, die von der britisch -spanischen Tierschutzorganisation Infozoos angezeigt worden sind, weil es dort keine Inspektionen gibt und Auflagen nicht erfüllt werden.
Daraufhin hatte die Europäische Kommission im März wegen Verletzung von EU-Richtlinien ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die betroffenen Einrichtungen eingeleitet. Den Namen Zoo will der Nürtinger Tierrechtler Frank Albrecht, der jetzt auf die Verbindungen zwischen der Lausitz und der spanischen Provinz Toledo hingewiesen hat, zumindest für Granjas Koki nicht benutzen: „Es war eher eine Tier-Ausleihstation.”
Das bestätigt Infozoos. Der Dachverband der drei Organisationen La Defensa Patrimoni Natural (Barcelona), Asociacion Nacional para la Defensa de los Animales (Madrid) und Born Free Foundation (Horsham, West Sussex) schreibt auf seiner Internetseite, die Hauptaktivität von Granjas Koki sei der An- und Verkauf exotischer Tiere gewesen.
Alte Antwort auf neue Fragen
Albrecht ist sauer auf den Zoo Hoyerswerda und speziell auf dessen Direktor Werner Jorga, dessen Abberufung er verlangt: „Von einer seriösen Prüfung vor der Abgabe (der Tiere nach Spanien – d. Red.) kann ganz klar nicht die Rede sein.”
Die Hoyerswerdaer Stadtverwaltung, der der Zoo untersteht, scheint das anders zu sehen. Das legt zumindest die Antwort auf drei Anfragen im Rathaus nahe: „Wie verträgt sich die Abgabe von Tieren aus Hoyerswerda an eine solche Einrichtung mit der Aussage der Stadtverwaltung, dass der Zoo sich jederzeit an die geltenden Vorschriften und Bestimmungen gehalten hat« Entspricht es diesen Vorschriften, Tiere an Einrichtungen abzugeben, die europäischen Richtlinien nicht genügen» Auf welche Weise vergewissert sich der Zoo Hoyerswerda, dass Käufer oder Tauschpartner Tiere so halten, wie es gesetzlich verlangt wird?”
Rathaussprecher Bernd Wiemer bezieht sich in seiner Antwort auf die Diskussion der letzten Wochen um die Abgabe von Tieren an einen Tierhändler: „Bezüglich Ihrer Anfrage verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen von Herrn Bürgermeister Delling und Herrn Dr. Jorga. Diesen Stellungnahmen ist derzeit nichts hinzuzufügen.”
Tiere wurden getötet
Was nach der Schließung von Granjas Koki passiert ist, kann man bei Marco Rocha Campos von Telecinco erfahren. Er sagt, Einrichtungsleiter Victor Hernandez habe sich in aller Eile von seinen Tieren getrennt: „Einige tötete er und zerlegte sie.” Unterdessen hat Frank Albrecht in den Ardea-Heften des Zoos Hoyerswerda weitere spanische Namen entdeckt, von denen er sagt, sie seien als zoologische Einrichtungen nicht auffindbar.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 28. September 2007, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Oktober 2007, 02:37 Uhr
Autor: von Mirko Kolodziej

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