Hoyerswerda
Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstiiiel...“ – nein, die KulturFabrik wäre nicht die KulturFabrik, wenn sie den Kindern zur Wintermärchen-Reihe die allseits bekannte Geschichte vom Rumpelstilzchen in der Gebrüder-Grimm'schen Urfassung vorsetzen würde.
Die KuFa ist anders, und deshalb wurde hier auch „Rumpelstietz“ gezeigt, inszeniert vom Leipziger Knalltheater. Larsen Sechert spielt als Theaterclown Gerno Knall im Prinzip alle Rollen, aber im Grunde nur die des richtig großen Rumpelstietz. Pantomimisch ließ er die Gäste an seiner Morgentoilette teilhaben und nahm sie mit auf den täglichen Waldspaziergang.
Es gab Begegnungen mit endverdauungsvorgangpraktizierenden Vögeln und Raubfischen. Durch komische Grimassen und Geräusche fühlten sich die Kinder dazu animiert, sich grundlos zu bekichern. Irgendwann fragten dann aber doch ein paar ganz Mutige nach, wann es denn endlich losginge.
Missglückte Zauberei
Alsbald darauf hatte der übergroße Rumpelstietz seine Begegnung mit der Prinzessin, hier in Form einer winzigen Puppe. Er verspricht, Klopapier zu Gold zu verwandeln – und kann es doch aber nicht. Die jungen Gäste versuchen zu helfen und wollen dem Rumpelstietz den Weg zum Zauberbuch zeigen.
Doch der hört gar nicht hin und will beweisen, dass er von ganz alleine zaubern kann. So holt er sich mit Betteln und Flehen drei Kinder auf die Bühne, um zu hexen – und es dann doch nicht zu tun. Die ganze Situation auf der Bühne kam einem ziemlich verloren und hilflos vor. Zwischenzeitlich ist die Prinzessin schwanger geworden und hatte ihr Baby bekommen. Große Freude im Königreich, und der manchmal etwas einschüchternd wirkende Rumpelstietz will mit den Kindern Musik machen. Manche wollen das auch, manch einer aber nicht. So dauert es eine Weile, bis die Kapelle voll ist und man zusammen zweimal ordentlich mit diversen Instrumenten Krach macht. Das war es - und tschüß. Ein Na-ja-Erlebnis...
Doch die KuFa wäre nicht die KuFa, wenn sie den Kindern nicht noch hinterher die Möglichkeit des gemeinsamen Bastelns mit Eltern und Großeltern geben würde. Ein Angebot, das sehr gern angenommen wurde und den Sonntagnachmittag irgendwie doch noch harmonisch ausklingen ließ.
Der kleine Teufel
Nächstes Wintermärchen in der KulturFabrik Hoyerswerda an der Alten Berliner Straße 26: 14. März, 15.30 Uhr: „Der kleine Teufel und die Pfannkuchen“ mit Steffi Lampe aus Leipzig – die berühmte Geschichte um den beinahe verdorbenen Großmutter-Geburtstag: „Er hat sie alle aufgegessen.“
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