04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Sparsam in Farbe und nuancenreich

Karl-Heinz Hochstädt stellt in Groß Särchen Bilder und Objekte aus

Groß Särchen Etwa 100 Exponate – Grafik, Malerei und Objekte – von Karl-Heinz Hochstädt aus Spohla sind ab Sonntag im „Krabatvorwerk“ Groß Särchen zu sehen. Um 15 Uhr wird die Ausstellung des Künstlers eröffnet.

Karl-Heinz Hochstädt aus Spohla zeigt Porträts und Landschaften in seiner Ausstellung, die am morgigen Sonntag im „Krabatvorwerk“ Groß Särchen eröffnet wird. Foto: Heinz Hirschfeld/hir1 Foto: Heinz Hirschfeld/hir1
Zur Ausstellungseröffnung am morgigen Sonntag, 5. Februar, werden viele ehemalige Schüler von Karl-Heinz Hochstädt erwartet, der als Kunsterzieher am Lessinggymnasium Hoyerswerda gearbeitet hatte. Erwartet wird auch Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora. Die Laudatio wird Friedhart Vogel, Hoyerswerdaer Superintendent i.R., halten, und für die Musik zeichnet der Hoyerswerdaer Kantor Wolfgang Leue verantwortlich.

Der 65-jährige Karl-Heinz Hochstädt wurde in Schlesien geboren, und wuchs in Königstein auf. Er, der als Kind genug Folgen des Krieges sah, hat kein einziges Kunstwerk in der Ausstellung, in dem auch nur Spuren des Kriegs zu sehen sind. Vielmehr sind seine Bilder eine Hommage für Menschen, deren herausragende Fähigkeiten er schätzt. So sind Zeichnungen von 2009 zu sehen, auf denen er Dr. Bernd Frannsen, Chefarzt der Urologie des Seenlandklinikums Hoyerswerda, abgebildet hat. Es gibt Kugelschreiberzeichnungen von seiner Mutter aus dem Jahr 1984. Er zeichnete aber auch eine Frau, die 1972 neues Leben erwartete. Zu sehen sind Bilder seiner Lausitz, Bilder, die auf Studienreisen entstanden.

In der Schulzeit verstanden es die Lehrer von Karl-Heinz Hochstädt, bei ihm das Interesse am Malen zu wecken, erzählt er. Nach der Schule lernte er in Dresden Offsetdrucker. Diese Zeit bezeichnet er selbst als wichtige Vorphase seines künstlerischen Schaffens.

Noch während seiner Armeezeit bewarb er sich für ein Kunst- und Germanistikstudium in Dresden. 1971 schloß er es mit dem Diplom ab. Danach arbeitete er drei Jahre lang als Kunsterzieher an der Schule Laubusch. In dieser Zeit freundete er sich mit Friedhart Vogel an, der damals in Laubusch Pfarrer war. Seinerzeit leitete er einen Schülermalzirkel am Kulturhaus Laubusch. Von 1974 bis 2007 war er am Lessinggymnasium Hoyerswerda Kunsterzieher. Auch dort leitete er nebenbei einen Kunstzirkel.

Aus seinen Zirkeln sind einige freiberufliche Künstler hervorgegangen, wie Sabine Fiedler-Mohrmann, Tochter des Hoyerswerdaer Künstlers Jürgen von Woyski. 1972 erhielt Hochstädt den Kunstpreis des FDGB. Er hatte Ausstellungen im Hoyerswerdaer Schloss, in mehreren Orten Deutschlands und des Auslands. Seit 2007 ist er als freiberuflicher Künstler in Spohla tätig.

Seine Bilder sind voller Realität und wecken beim Betrachter Emotionen. Hochstädt spielt in seinen Bildern manchmal mit den Farben, versteht es aber darin einen Hingucker, einen hellen ruhigen Punkt zu schaffen.

In seinem Gedankentagebuch steht im Jahre 1965: „Du mußt sehen lernen, hinter die Dinge schauen“. Im Jahr 2011, als er ein gestandener Künstler ist: „Sei sparsam in Farbe – nuancenreich“. Genau das ist Karl-Heinz Hochstädt.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:48 Uhr
Autor: Von Heinz Hirschfeld

Von Heinz Hirschfeld

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