So sieht Helmut Schlees eisiger Sonntagsspaß aus
Der Schönborner Elektroingenieur fühlt sich bei Bibbertemperaturen erst richtig wohl und steigt zum Schwimmen in die Elbe
Finsterwalde Mit dicker Jacke, wollener Mütze, hohen Stiefeln und einem molligen Schal um den Hals schützt sich Ingrid Siebert vor der klirrenden Kälte. Währenddessen steigt ihr Freund mit kurzärmligem Hemd und bloßen Waden aus dem Auto. Gänsehaut bekommt Helmut Schlee nicht mal, als er plötzlich nur noch in Badehose da steht. Der 59-Jährige steigt auch bei sibirischer Kälte ins eisige Elbe-Wasser.
Um ins Wasser zu gelangen und wieder aussteigen zu können, zieht Helmut Schlee zunächst mit Spitzhacke und Spaten los und hackt das zugefrorene Ufer vom Eis frei. Damit er sich an den scharfen Eiskanten nicht schneidet, hat er feste Schuhe angezogen – „sonst habe ich nur Sandaletten an“, erzählt er. Heute will Helmut Schlee eine 600 Meter lange Tour am Fuße von Schloss Hartenfels schwimmen, dem Wahrzeichen von Torgau. Viele Schaulustige kennen das sonntägliche Ritual des Eisbaders schon und verfolgen es mit Respekt.
Knapp eine viertel Stunde braucht Helmut Schlee, um sich herunterzukühlen. Nach und nach zieht er seine Sachen aus, trinkt schon vorher literweise Tee und Kaffee, damit die Nieren bei den eisigen Temperaturen in Funktion bleiben. Dann cremt er seinen ganzen Körper mit Melkfett ein, die Haut verkraftet so die extreme Kälte besser – für den Rücken, wo er mit den Händen nicht rankommt, benutzt er eine Malerrolle. Während Helmut Schlee in die eisigen Fluten steigt, fährt seine Freundin mit dem Auto am Ufer nebenher und wartet an der vereinbarten Stelle. Die starke Strömung treibt den Eisschwimmer zunächst am Zielpunkt vorbei.
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2012, 09:03 Uhr
Autor: Von Dieter Babbe

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