09. Februar 2010, 00:00 Uhr

Schüler digitalisieren das Dubringer Moor

Am Lessing-Gymnasium läuft ein deutsch-sorbisches Projekt

Hoyerswerda Zu Fachidioten werden die acht Kinder, die im Rahmen der Ganztagsangebote am Hoyerswerdaer Lessing-Gymnasium die Arbeitsgemeinschaft „Pixel-GIS“ besuchen, ganz sicher nicht. Was sie da wöchentlich jeweils 90 Minuten lang machen, hat mit Informatik ebenso zu tun wie mit Biologie, Geographie und Sprache.

Die AG arbeitet an einem Projekt mit, das den schönen Titel „Satellitengestützte Umweltbildung in der Oberlausitz“ trägt. Dass die zugehörige Internetseite auch mit „Wob swìtowe kubanje z pomocu satelitow w Hornjej £uicy“ überschrieben ist, ist natürlich kein Zufall. Ziel des Christlich-Sozialen Bildungswerkes (CSB) als Projektträger und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt als Finanzier ist es schließlich ausdrücklich, sorbisch sprechende Schüler für die Natur der Region zu interessieren.

Arbeit mit Fotos aus dem All

Im Grunde geht es um das Anlegen von zweisprachigen Datenbanken. Man verwendet dazu aus Satelliten geschossene Fotos mit hoher Boden-Auflösung und erwähntes Programm „Pixel-GIS“. Vereinfacht gesagt, kann man in der Natur Pflanzen bestimmen, ihren Bestand in den Bildern aus dem All markieren, und die Software findet dann über Farb-Analysen heraus, wo solche Pflanzen sonst noch wachsen.

„Ein Ziel ist eine botanische Schülerwanderkarte“, erklärt Projektkoordinatorin Jìwa-Marja Chìcyna vom CSB. Insgesamt machen sieben Schulen mit. Das Sorbische Gymnasium Bautzen befasst sich zum Beispiel mit der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, die Sorbische Mittelschule in Ralbitz mit dem Laskauer Auwald, und die Lessing-Gymnasiasten erforschen seit September das Dubringer Moor. Wenn der Winter vorbei ist, wollen sie mit dem tragbaren Rechner in die Natur ziehen.

Das Projekt gibt nun die Möglichkeit, danach noch etwas weiterzumachen. Es läuft noch bis April nächsten Jahres. Dann sollen neben der Wanderkarte auch andere zweisprachige Materialien für die regionale Umweltbildung zur Verfügung stehen.
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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 10:34 Uhr
Autor: Von Mirko Kolodziej

Von Mirko Kolodziej

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