21. Januar 2011, 00:00 Uhr

Schlossmuseum Hoyerswerda zeigt jetzt städtische Kunstschätze

Hoyerswerda Günther Rechn ist Lausitzer. Max Beckmann, der schon 1950 starb, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in den USA.

Unter anderem der Hoyerswerdaer Graphiker Hans Lohan war mit dem Aufbau der Ausstellung im Schloss beschäftigt. Foto: Gernot Menzel Foto: Gernot Menzel
Beiden ist gemeinsam, dass es sich um Künstler handelt. Und: Arbeiten von beiden finden sich in der Kunstsammlung der Stadt Hoyerswerda, die seit 1978 durch Ankauf und Schenkungen entstanden ist.

Als Dr. Andreas W. Vetter im vorigen Jahr seinen Posten als Direktor des Stadtmuseums antrat, wurde er auf den im Museumsfundus schlummernden Bestand aufmerksam gemacht und war überrascht. »In einem stadtgeschichtlichen Museum rechnet man ja nicht mit einer solchen Kunstsammlung von solch einer Größe«, erklärt er.

Erstmals seit Jahren zeigt das Schlossmuseum nun ab Sonntag wieder Werke aus der Sammlung. Etwa 40 Gemälde, Graphiken und auch Plastiken haben die Museumsleute ausgewählt. »Das sind vielleicht gut zehn Prozent des Bestandes«, schätzt der Museumsdirektor. Es sei darum gegangen, einen Querschnitt auszustellen. Und so hängt nun eine Lithografie des berühmten Otto Dix (1891 - 1969) in der Nähe eines Werkes des ehemaligen Hoyerswerdaer Museumsdirektors Günter Peters (1907 - 1987). In der Schau ist die Leipziger Schule mit Bernhard Heisig ebenso vertreten wie die Gubener Kunst mit einer Graphik von Sigrid Noack.

Die samt und sonders gegenständlichen Werke des 20. Jahrhunderts, deren Ältestes ein aus dem Jahr 1914 stammendes Portrait von Max Beckmann ist, sind in vier Ausstellungsbereiche sortiert. Man findet zum einen Menschenbilder, etwa eine Studie Günther Rechns über den legendären Torwart Jürgen Croy aus dem Jahr 1978. Ein zweiter Bereich ist Landschaften gewidmet, wozu auch ein 1959 entstandenes Tagebau-Bild des Dresdeners Fritz Tröger gehört. Otto Dix´ Lithografie der Dresdener Frauenkirchen-Ruine ist im Abschnitt »Orte und Städte« zu finden. Dazu kommen Stillleben und Plastiken wie jene bleierne Frauen-Figur, die 1972 der Berliner Bildhauer Theo Balden (1904 - 1995) geformt hat. »Es hat sehr großen Spaß gemacht, diese Schätze zu durchforsten«, sagt Dr. Andreas W. Vetter über die Sichtung auf dem Dachboden des Schlosses. Dieses Mal, fügt er an, seien keine heroischen Arbeiterbilder zu sehen. Es gebe aber in der Sammlung eine ganze Reihe solcher Abbildungen, die sich womöglich einmal für eine thematische Sonder-Ausstellung eignen könnten. Auch Museums-Mitarbeiterin Elke Roschmann sagt: »Damit lassen sich Ausstellungen zu ganz verschiedenen Themenkreisen machen.« Doch erst einmal zeigt das Museum bis zum 13. März »Ausgewählte Werke der Städtischen Kunstsammlung«. no



Ausstellungseröffnung: Sonntag, 23. Januar, um 11 Uhr, mit Barockmusik, Eintritt frei

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Erstellt am: 21. Januar 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 21. Januar 2011, 02:49 Uhr
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