Sabrodt führt Duftprotokoll
Eisengießerei sieht keine Beweise gegen sich
Elsterheide Nun sollen Protokolle der Sabrodter klären, wann, wo und ob Gerüche ihnen das Leben schwer machen. Die Gießerei, die von Vertretern der Bürgerinitiative „lebenswertes Sabrodt“ als Verursacher benannt wird, sieht dafür bislang keinen Beweis vorliegen. Teilweise sind sich auch Vertreter von Kreis und Freistaat uneins.
Der Sprecher der Bürgerinitiative „lebenswertes Sabrodt“, Helmut Pink, betonte, dass die Geruchsbelästigungen bei Westwinden und vor allem im Sommer in der Regel extrem hoch seien. Aber auch im Winter habe er den Gestank schon registrieren müssen. „Am 20. Januar zwischen 16 und 17.30 Uhr hab en wir fast keine Luft mehr bekommen“, kritisierte der Sprecher. Neben den Protokollen fordert die Bürgerinitiative zusätzliche Meßstellen.
Das Unternehmen hat seinen Firmensitz im Gewerbegebiet Bluno/Sabrodt. „Wir wollen den Verdacht ausräumen, dass in den Abgasen toxische Stoffe enthalten sein könnten“, sagte Pink. Einen Standort hat er schon im Visier: das Gelände der alten Schule in Sabrodt. So etwas will auch Richter und hat deshalb beim zuständigen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie einen Antrag für eine Meßstelle gestellt. Die Antwort steht noch aus.
Thomas Köhler, Gemeinderat in Elsterheide, verwies darauf, dass das Führen von Protokollen die einzige Möglichkeit sei, um etwas zu unternehmen. Es gebe Stufen von eins bis fünf in der Wahrnehmung von Gerüchen.
Streit gibt es nach wie vor über den Verursacher des Gestanks. Das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Dresden macht zwar die Eisengießerei „slr-Elsterheide GmbH“ aus, räumt aber gleichzeitig ein, dass keinerlei Imissionsmessungen durchgeführt wurden. In einem Punkt liegt das Ministerium nach Ansicht des Bautzeners Umweltamtes falsch. Es widersprach der Aussage, wonach die Gießerei aufgefordert wurde, ein Konzept zur Minderung der Gerüche vorzulegen. So etwas gebe es gar nicht, sagte Richter. Das Unternehmen erfülle nur seine Auflagen. So wird die Anlage in der Gießerei mit Unterdruck betriebenund hat zusätzlich Luftwäscher installiert. Geschäftsführer Peter Schäfer versicherte: „Wir kennen die Gerüche nicht. Der Beweis fehlt, dass so was von uns kommt.“ Die Gießerei ist seit 2009 in Sabrodt und hat rund 300 Mitarbeiter.
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2012, 03:15 Uhr
Autor: Von Frank Ellmers

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