04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Nachdenken über Umgang mit Künstlern

Vortrag von Erich Busse über Kunst zur Zeit der Nazi-Diktatur

Hoyerswerda Der jüngste Vortragsabend im Hoyerswerdaer Kunstverein stellte eindrücklich das Spannungsfeld der Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert vor.

Der Referent Erich Busse aus Dresden sprach über den religiös motivierten Widerstand bildender Kunst gegen die Nazi-Diktatur und konfrontierte die Zuhörer mit Bildern, die allem Terror zum Trotz in Deutschland entstanden. Zu Georg Grosz „Kain und Hitler in der Hölle“, 1944 entstanden, fügten sich von John Heartfield „Millionen stehen hinter mir“, das die Finanzierung von Hitlers Aufstieg durch die Großindustrie zeigt. „Künstler sind größere Propheten als Theologen“, räumte der Pfarrer ein. Bei dem Erfindungsreichtum zahlreicher Künstler, die in ihren Bildern biblischen Motiven folgten oder aus der Kunstgeschichte des christlichen Mittelalters aufnahmen, veränderten oder aktualisierten, wies er auf die ständige Lebensgefahr hin, in die sie sich.

Erich Busse konfrontierte seine Zuschauer auch mit Arbeiten jener Künstler, die dem Ungeist der Hitlerzeit folgten. Krieg wurde ebenso verharmlost wie Morde an Mitmenschen anderer Rassen, Völker, Glaubensformen und Lebensweisen. Verständlich daher, dass Bilder von wanderden Völkern wie Sinti und Roma, die Otto Mueller (1874-1930) schuf, verpönt und verboten wurden. Der Vortrag stellte jene Epoche in ihrer ganzen Tragik, Verwirrung und Verführung vor und regte Nachdenken an über Umgang mit Kunst und Künstlern, die Erich Busse als Mahner und Seher in die Zukunft sah.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:40 Uhr
Autor: Martin Schmidt

Martin Schmidt

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