Demonstration in Hoyerswerda
Foto: Alexander Dinger
Mehrere Rechtsextreme haben in der Nacht von Samstag zu Sonntag die Kulturfabrik in Hoyerswerda belagert. In dem soziokulturellen Zentrum fand zu diesem Zeitpunkt ein gut besuchtes Konzert der Rockband Falkenberg statt. „20 bis 30 Personen versuchten in das Gebäude zu kommen“, berichtete ein Augenzeuge der RUNDSCHAU. Die Polizei konnte das verhindern.

„Die Personen wurden des Platzes verwiesen“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup. Mehrere Einsatzkräfte waren zur Kulturfabrik gefahren. Gegen 2 Uhr nachts seien die Rechtsextremen verschwunden. Zu Gewalttaten oder Festnahmen sei es nicht gekommen. „Wahrscheinlich haben die gezielt nach Leuten gesucht, die bei der Demo dabei waren“, so ein Augenzeuge. Die meisten Konzertbesucher haben von dem Tumult wahrscheinlich nichts mitbekommen, erklärte der Augenzeuge weiter.

Zuvor war eine Demonstration am Samstag zum 21. Jahrestag der rassistischen Übergriffe von Hoyerswerda weitestgehend friedlich verlaufen. Etwa 450.Teilnehmer zogen auf einem von der bundesweiten Kampagne „Rassismus tötet“ und der Initiative „Pogrom 91“ organisierten Gedenkmarsch durch die Hoyerswerdaer Innenstadt.

„Es mussten nur vereinzelt Personalien festgestellt werden“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup der RUNDSCHAU. So versuchte eine Gruppe von Rechtsextremen, die Demonstration zu stören. Das konnte von der Polizei jedoch verhindert werden. Aus der Gruppe waren Sprüche wie „Wir bauen eine U-Bahn von Hoyerswerda nach Auschwitz“ zu hören. „Das Thema Rechtsextremismus ist allgegenwärtig“, sagte Pogrom-91-Sprecher Mathias Bucher.

Die Route führte vorbei am Neubaukomplex an der Albert-Schweitzer-Straße. Dort begannen 1991 die rassistischen Ausschreitungen. Die Polizei war mit etwa 140 Beamten der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien und der Bereitschaftspolizei Sachsen im Einsatz und begleitete den Aufzug durch die Stadt. Die Mehrzahl der Demo-Teilnehmer war laut Polizei aus Leipzig, Dresden und dem Großraum Berlin-Brandenburg mit Zügen angereist. „Wir werden auch im nächsten Jahr wieder in Hoyerswerda sein“, kündigte Bucher an.

Demonstration in Hoyerswerda Demonstration in Hoyerswerda Demonstration in Hoyerswerda
Bilderstrecke Demonstration in Hoyerswerda | 22.09.12
Demonstration in Hoyerswerda