06. Februar 2012, 00:00 Uhr

Ministrantenstunde auf Stadtteich

Statt Gesprächen über Religion und Liturgie Eishockey in Wittichenau

Wittichenau Bei der Ministrantenausbildung nehmen neben den religiösen Themen Sport und Spiel einen wichtigen Platz ein. Am Samstag haben die Wittichenauer Ministranten gezeigt, dass sie durchaus auch mit Eishockeyschläger und Puck umgehen können.

Der 22-jährige Ministrantenhelfer Markus Winzer gehört schon seit 1998 zum Ministrantenteam. „Wir sind als Ministranten Diener Gottes und unterstützen den Pfarrer während des Gottesdienstes“, erklärt er. Es dauere ungefähr ein halbes Jahr, bis man seinen ersten Einsatz hat. Vorher in der Ministrantenschulung würden unter anderem die Handlungen am Altar und der Umgang mit den Weihrauchgefäßen gelernt. Dabei gehe es vor allem um das Verständnis dieser Handlungen. Auch das liturgische Wissen werde vertieft. „Das alles den Jungen, die jetzt auch zum Ministrantenteam gehören, beizubringen, macht mir Spaß. Zu sehen, wie bei den ‚Neuen‘ alles immer besser wird, hautnah an ihrer Entwicklung mitzuwirken, das finde ich spannend“, so Markus Winzer.

Fürs Team seien gerade solche Ministrantenstunden wie am vergangenen Sonnabendvormittag ganz wichtig. Dieses Mal allerdings gab es keine Gespräche über den Ablauf des Gottesdienstes, sondern es war Eishockey auf dem Wittichenauer Stadtteich angesagt. „Wir finden solche gemeinschaftlichen Erlebnisse wichtig zur Herausbildung eines gewissen Teamgeistes. Und gesund ist das Eishockeyspiel an herrlicher Winterluft sowieso, und der Spaß kommt auch nicht zu kurz“, sagt Kaplan Daniel Laske.

Um die 2600 Einsätze haben die Wittichenauer Ministranten im Jahr, auch werktags, – hauptsächlich in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und im Adelbertstift. Im vergangenen Jahr besuchten die Ministranten eine Messe mit dem Papst in Erfurt. Ein Erlebnis war auch die Seligsprechung Alois Andritzkis in Dresden. Zurzeit arbeiten sie auch an einem Projekt: Jeder der Ministranten recherchiert zu seinem Namen und Namenspatron. Dafür steht ihnen das Internetkabinett zur Verfügung.

Die beiden 13-jährigen Franz Wiedemann und Jonas Schimann sind seit 2008 Ministrant und das sind sie gern. „Wir lernen unseren Glauben zu begreifen. Die praktische Arbeit als Ministrant gibt uns die Möglichkeit dazu“, erzählen beide.

In den 14 Jahren als Ministrant hat sich bei Markus Winzer schon so allerlei an Erlebnissen angesammelt. Er muss jetzt noch lachen, als er sich daran erinnert, wie vor Jahren einem seiner Freunde während der Messe der Ministrantenrock herunterrutschte. „Plötzlich stand er nur noch in Hosen da“, sagt Markus Winzer lachend.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 02:46 Uhr
Autor: Von Heinz Hirschfeld

Von Heinz Hirschfeld

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