28. Juni 2011, 00:00 Uhr

Karsten Dirkx hat sich mit seiner Segelschule „Sun & Sail“ am Geierswalder See etabliert

Karsten Dirkx hat sich mit seiner Segelschule „Sun & Sail“ am Geierswalder See etabliert

Geierswalder See Et hätt noch schlimmer kumme künne – der Rheinländer Karsten Dirkx orientiert sich in unangenehmen Lebenslagen an einem dieser kölschen Grundgesetze. Wenn auf dem Nordatlantik der Motor der Segeljacht nicht mehr anspringt, „muss man sich in so einer Situation vor Augen halten, dass es noch schlimmer kommen kann“.

Kennt die Weltmeere: Karsten Dirkx ist aber auch von den Segelbedingungen am Geierswalder See begeistert. Foto: Rainer Könen
Etwa dass der Mast bricht, die Wellen bis zu zwanzig Meter hoch sind oder Windstille herrscht. „Alles schon mitgemacht“, erzählt der 43-jährige Dirkx. Er hat auf dem Geierswalder See Flautezeiten jedoch bisher nicht erlebt. „Hier weht eigentlich immer ein Lüftchen“, meint er. Bei Windstärke 5 seien die Wellen bis zu einem halben Meter hoch. Segelwetter. Ideal für diejenigen, die in einem seiner Boote sitzen. Der in Düren, einer zwischen Aachen und Köln gelegenen Kleinstadt, aufgewachsene Karsten Dirkx betreibt seit 2010 am Geierswalder See eine Segelschule.

Dass es ihn einmal in die Lausitz verschlagen würde, hatte sich der frühere Maschinenbautechniker bis vor drei Jahren nicht vorstellen können. Da lebte er schon einige Jahre nicht mehr im Rheinland, sondern auf Rügen, wo er eine Segelschule betreibt. Auf einer Messe in Leipzig traf er seine heutige Lebensgefährtin Kerstin Wilde. „Da habe ich zum ersten Male was vom Lausitzer Seenland gehört“, erzählt er. Sein erster Eindruck, als sie mit ihm an den Geierswalder See fuhr, der sei aber „nicht berauschend“ gewesen. An „so einem Baggerloch“ auf den Tourismus zu setzen, das empfand er als ziemlich mutig. Mut – das ist eine Charaktereigenschaft, die ihn auszeichnet. Obendrein ist er Optimist, das „sind wir Rheinländer ja irgendwie alle“. Heißt übersetzt: Solche Menschen versuchen aus allen Lebenslagen das Beste zu machen. Karsten Dirkx sagt, dass ihm sein Leben gefällt. Und, ja, er würde sich als glücklichen Menschen beschreiben.

Freiheit beim Segeln

Das Segeln lernte er auf dem Eifeler Rursee. „Klingt banal, aber beim Segeln hat man ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl.“ Das habe ihn nicht mehr losgelassen. Auch bemerkenswert für einen Rheinländer: Ihn zog es ans Meer. 1998 gründete er in Düren eine Segelschule, er erwarb alle nötigen Scheine, auch den BR-Schein, mit dem man die Berechtigung erwirbt, Yachten zu überführen. 15 solche oft bis zu mehrere Wochen andauernde Törns in Atlantik und Mittelmeer hat er schon hinter sich gebracht. Als Skipper. „Da hat man eine immense Verantwortung“, beschreibt er. Für die Crew, für das Boot. Er liebt das Segeln, freut sich, wenn er anderen diese Fertigkeit beibringen kann. In den Volkshochschulen von Senftenberg, Finsterwalde und Hoyerswerda vermittelt er dies. Die hiesigen Behörden hat er bisher als „entgegenkommend“ erlebt. Das sei nicht überall so. Was sicher daran liege, dass man den Tourismus hier auf die Beine bringen wolle. Die Entwicklung am Geierswalder See betrachtet er mittlerweile positiv. Was mit den Überleitern zusammenhängt. „Wenn alle Seen miteinander verbunden sind“, so Dirkx, „wird das für Urlauber richtig interessant werden.“

Doch wer im Seenland auf den Tourismus setze, der müsse erst einmal einen langen Atem haben. Den hat der frühere Fußballer von Düren 99. Und überhaupt, „et kütt wie et kütt“. Er lacht. Es kommt, wie es kommt. Auch so eine kölsche Lebensweisheit, mit der Karsten Dirkx nach vorne schaut. Optimistisch, was sonst.
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Erstellt am: 28. Juni 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 28. Juni 2011, 08:46 Uhr
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