Ramona Fischer (l.) und Brigitte Salowsky-Nerlich schauen in die Pläne. Foto: Hagen Linke Foto: Hagen Linke
Statt Kinderlachen hört man aber dieser Tage Baulärm. Es staubt mächtig im Haus.

Vor ein paar Tagen haben die Umbauarbeiten begonnen. Ramona Fischer und Brigitte Salowsky-Nerlich, die in Hoyerswerda den „Pflegepark“ in der Schulstraße betreiben, lassen das Haus altersgerecht umbauen.

Das Gebäude, die benachbarte Kita sowie das 10 000 Quadratmeter große Grundstück wurden für 40 000 Euro von der Stadt gekauft.

In der ehemaligen Schule sollen 22 kleine Einraumwohnungen entstehen. „Es ist ein Angebot für Menschen, die nur geringe Hilfeleistungen brauchen“, sagt Ramona Fischer. Nebenan, in die einstige Kita soll ein ambulanter Pflegedienst einziehen. „Es soll für alle 24 Stunden am Tag ein Ansprechpartner vorhanden sein“, sagt Ramona Fischer.

Das Haus wurde 1926 gebaut und 1970 erweitert. Das Abschlussfest vor der Schließung im Juni 2001 war gleichzeitig ein Rückblick auf 75 Jahre Schule. Das ist nun schon zehn Jahre her. Nun stehen die beiden Investoren in einem der Klassenzimmer. Vier gab es davon, dazu Werken-, Sorbisch- und Sportraum. Alle vier Kinder von Brigitte Salowsky-Nerlich sind in die Schule gegangen. „Das ist schon ein eigenartiges Gefühl“, sagt sie. „Hier war ich ständig zu Elternversammlungen.“

Die Schüler von damals schätzten das dörfliche Flair, pro Jahrgang lernte nur eine Klasse, auf der Rückseite des Hauses war ein Schulgarten angelegt.

Das Areal ringsum war grün. Und das ist es auch heute noch. „Der Ausblick ist gut und auch die Nachbarschaft“, sagt Ramona Fischer. Nur ein paar hundert Meter entfernt befindet sich die Krabat-Milchwelt, wo man sehen kann, wie aus Milch Käse wird. Ein Angebot auch für die Neu-Kottener. Auf die Betreuung soll besonders großer Wert gelegt werden, sagt Ramona Fischer.

Und die beiden zählen auf die Erfahrungen des Umbaus der ehemaligen Kita in der Hoyerswerdaer Schulstraße.

Die 22 Wohnungen sollen eine Mini-Küche, Bad und Notrufanlage erhalten. Die oberere Etage ist über zwei Treppenhäuser zu erreichen. Künftig werden sie über einen Durchgang verbunden. Auf der Rückseite des Hauses entsteht ein Aufzug. Im ehemaligen Speiseraum im Keller entsteht ein Gemeinschaftsraum mit Teeküche. Denkbar ist, dass zum Beispiel auch für Frisör und Fußpflege Möglichkeiten geschaffen werden.

Auf alle Fälle soll die Zweisprachigkeit erhalten bleiben. Gesucht wird noch ein Name bis zum Einzug der ersten Mieter im Sommer nächsten Jahres. Wichtiger als der Name ist aber für Ramona Fischer und Brigitte Salowsky-Nerlich, dass im Haus auch regelmäßig Kinder zu Gast sind. Eine Partnerschaft mit einer Kita wird angestrebt.

Und die Kinderbilder im Treppenhaus der einstigen Schule sollen auch nicht gänzlich verschwinden.