28. August 2010, 00:00 Uhr

Hoyerswerdaer Solar-Projekt bei Bundeswettbewerb dabei

Schüler des Hoyerswerdaer Léon-Foucault-Gymnasiums erforschen automatisch verstellbare Solarmodule

Hoyerswerda Fast nichts, das hat sich inzwischen herumgesprochen, ist so gut, dass man es nicht verbessern könnte. Marcel Holder, David Putzke, Paul Nachtigall, Maxim Krieger, Robert Stöwesandt und Tom Kunig wissen, dass das auch für die Stromerzeugung aus Sonnenenergie gilt.

Zum Test muss die Lampe ausreichen, dass das Messgerät etwas anzeigt. David Putzke, Robert Stöwesandt, Maxim Krieger, Tom Kunig, Marcel Holder und Paul Nachtigall (von links) nutzen natürlich Sonne. Foto: Mirko Kolodziej Foto: Mirko Kolodziej

Die Zwölftklässler des Léon-Foucault-Gymnasiums haben sich deswegen geistig auf den Weg gemacht, um ein technisch-physikalisches Problem zu untersuchen.

Es geht um Solarzellen, die sich per Automatik nach dem Sonnenstand ausrichten. In Fachkreisen heißt es, man könne den Ertrag so um bis zu ein Drittel steigern. Nur ist es so: Die zusätzliche Technik kostet ebenso Geld wie der Strom für den nötigen Motor. »Wir wollen nun herausfinden, ab wann sich die Anschaffung so eines Motors lohnt«, erklärt Robert Stöwesandt.

Von der Jury ausgewählt

Die Abiturienten beteiligen sich am bundesweiten »Planspiel Energie« zum vom Bundesbildungsministerium ausgerufenen Wissenschaftsjahr 2010 unter dem Motto »Die Zukunft der Energie«. Bildungseinrichtungen aus ganz Deutschland konnten Projektanträge einreichen. Gut 40 wurden ausgewählt. »Wir waren überrascht, als die Jury sich auch für uns entschied«, sagt Rolf Schwanzara-Bennoit von der Stadtentwicklungsgesellschaft SEH, die bei der Erarbeitung der Bewerbungsunterlagen half. Auch sonst steht sie mit Rat und Tat zur Seite. Das hat auch mit dem neuen Energie- und Klimaschutzkonzept für die Stadt zu tun, das von der SEH erarbeitet worden ist.

Schulleiter Uwe Blazejczyk, der das Konzept als Stadtrat mit beschlossen hat, freut sich über die Verbindung: »Gottlob begibt die Stadt sich auf einen neuen energetischen Weg.« Dass Schüler ihn mitgehen, schafft für den Direktor die Verbindung von Schulbildung und »wirklichem Leben«. Für die Jungs stehen nun bis Ende November Messungen, Berechungen, Computermodelle und Simulationen im Mittelpunkt der Arbeit.

Umsetzung im Auge

Sie haben aber auch Kontakt zum Lausitzer Technologiezentrum in Lauta aufgenommen, um statistische Daten der dortigen Solar-Anlagen zu bekommen. Ulrich Peickert von der SEH empfiehlt, bei der Frage der Rentabilität einer gesteuerten Nachführung von Solarmodulen deren Wirkungsgrad nicht aus den Augen zu verlieren. Dieses Verhältnis von zugeführter und abgegebener Leistung lag noch vor wenigen Jahren bei schlappen neun Prozent. Heute sind es 16 und die Wissenschaft sagt 40 voraus.

Die Projektgruppe, deren Teilnehmer zum Physik-Leistungskurs von Lehrer Erhard Spank gehören, ist Tüfteleien gewohnt. Im vorigen Schuljahr bastelten die Jungs ein Simulations-Programm für schräge Würfe und eine Wurfmaschine dazu.

»Sie haben sich da wirklich sehr hineingekniet«, sagt Spank. Er plant schon, die theoretischen Erkenntnisse des neuen Projektes später mit anderen Schülern technisch umzusetzen.

Am Gymnasium gibt es damit schon Erfahrungen. Schüler haben hier nämlich innerhalb von »Jugend forscht« schon Modelle einer automatischen Nachführung entwickelt. Im vorigen Jahr gab es dafür einen Sonderpreis des sächsischen Wissenschaftsministeriums. Die beteiligten Bastler gingen mit jeweils 500 Euro heim.

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Erstellt am: 28. August 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 28. August 2010, 12:16 Uhr
Autor: Von Mirko Kolodziej

Von Mirko Kolodziej

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