Hoyerswerda
Die Population freilebender Katzen in Hoyerswerda nimmt stetig zu. Jetzt wendet sich die Stadtverwaltung an die Öffentlichkeit. „In den letzten Jahren konnte innerhalb des Stadtgebietes sowie der Ortsteile eine Zunahme freilebender Katzen beobachtet werden“, sagt Rathaus-Sprecher Bernd Wiemer.
Diese Katze wurde im vergangenen Jahr in einer Gartenanlage in der Altstadt in einer Lebendfalle aufgefunden. Die linke Vorderpfote der Katze ist verbunden. Foto: SiRi/Archiv Foto: SiRi/Archiv
Die Verwaltung registriert eine deutliche Zunahme an Bürgerbeschwerden über Katzenkot in der jeweils unmittelbaren Wohnumgebung. Und sie spürt die ständig steigenden Kosten, die die Stadt jährlich für die Unterbringung und Betreuung von Katzen in den Tierheimen aufzubringen hat. So fielen im Jahr 2008 Kosten in Höhe von rund 12 000 Euro für die Unterbringung von freilebenden Katzen an.
Kapazität ausgelastet
Einen Vertrag über die Unterbringung der freilaufenden Katzen hat die Stadt mit dem Katzentierheim der Katzenhilfe Hoyerswerda e.V. im Industriegelände. Antje Hartig, Vize-Vereinsvorsitzende, bestätigt das Problem. Die Kapazität des Tierheims von 250 Katzen ist fast immer ausgeschöpft: „Wir platzen aus allen Nähten.“ Hatte man vor einigen Jahren noch den Trend beobachtet, dass es mit den stromernden Katzen zurückgehe, erlebe man jetzt das Gegenteil. Es werden immer mehr, und das trotz sinkender Einwohnerzahl. Antje Hartig weiß, dass viele Katzenbesitzer ihre Tiere nicht kastrieren oder sterilisieren lassen. Eine Katze ist aber schon nach einem halben Jahr geschlechtsreif.
Cornelia Schreiber, die im Tausend-Mann-Lager ihr Tierheim betreibt, spricht von einer Potenzierung des Problems binnen weniger Monate. Denn ein Wurf junger Katzen aus dem Frühjahr kann schon im Herbst selbst wieder Junge bekommen. Die Tierheimbetreiberin, die vor allem Katzen aus dem Umland bekommt, weiß, dass das kein alleiniges Problem Hoyerswerdas ist. Streunende Katzen gibt es praktisch überall in den Städten und Dörfern und das Thema Kastration spielt immer weniger eine Rolle. Der Tierschutzverein kann die Aufgabe bei der Fülle der Tiere allein nicht stemmen. Obwohl gerade durch ihn eine Vielzahl der Tiere kastriert wird.
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