Gemeinde Lohsa bereitet Nachnutzungskonzept mit neuen Ideen für den Knappensee vor
Bald per Boot bis zur Energiefabrik
Knappensee Am 1. Januar 2013 beginnt die bergbautechnische Sanierung des Knappensees. Mit dieser endgültigen Terminansage ist der Lohsaer Bürgermeister Udo Witschas (CDU) von einem Treffen mit der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungs GmbH (LMBV), dem Sächsischen Wirtschaftsministerium und dem Oberbergamt zurückgekehrt.
Uwe Steinhuber, Pressesprecher der LMBV bestätigt diesen Ablauf und betont noch einmal die Notwendigkeit der Sanierung: „Die Gefahrensituation ist nach wie vor gegeben.“ Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Federführung beim Oberbergamt liegt und die LMBV nur „Dienstleister“ sei.
Ebenfalls im Frühjahr soll auch das von der Gemeinde Lohsa in Auftrag gegebene Nachnutzungskonzept vorliegen. „Die bisherige touristische Infrastruktur orientierte sich an der Nachfrage zu DDR-Zeiten“, so Bürgermeister Udo Witschas. Für die heutigen Gegebenheiten sei sie zu groß dimensioniert und müsse daher gestrafft werden: „Wir gehen daher mit der Überlegung konform, dass die Anzahl der Badestrände und der Campingplätze zu reduzieren ist.“ So solle es in den Bereichen Koblenz und Groß Särchen nach der Sanierung noch jeweils einen bewirtschafteten Strandbereich geben. Der bisherige FKK-Strand zwischen Koblenz und der Knappenhütte könnte als „Naturstrand“ weiterhin für die Nutzung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus soll der Strandbereich Maukendorf (Stadt Wittichenau) erhalten bleiben. Die bisher sieben Campingplätze sollen zu drei Anlagen (in den Bereichen Groß Särchen, Koblenz und Maukendorf) zusammengefasst werden.
Die bislang eher unansehnliche Freifläche rings um den Regattaturm bei Groß Särchen könnte sich in einen „Event-Platz“ mit Bühne und Bootsanlegestelle verwandeln. Während der Sanierungarbeiten dient dieser Bereich als Umschlagplatz für die Bautransporte. Er soll nach Abschluss der Arbeiten in einem Zustand übergeben werden, „der eine Nachnutzung ermöglicht“.
Eine wichtige Forderung, die die Gemeinde Lohsa aufmachen will, besteht in der Herstellung eines für Sportboote befahrbaren Kanals zwischen dem Knappensee und dem Graureihersee. Da der Wasserspiegel des Graureihersees einen Meter tiefer liegt als der des Knappensees, müsste entweder eine Schleuse eingebaut oder der Wasserstand angeglichen werden. Der Lohsaer Bürgermeister favorisiert letztere Variante. „Man könnte dann auf dem Wasser von Groß Särchen bis zur Energiefabrik Knappenrode gelangen“, wirft er einen Blick voraus. Keine Rolle in den Überlegungen für eine touristische Zukunft spielen hingegen die Inseln: „Diese zu sanieren, wäre zu aufwendig, das können wir nicht verlangen.“
Für eine noch fernere Zukunft hat Udo Witschas die Vision einer durchgängigen Kanal-Verbindung vom Knappensee über den Graureiher- und Mortkaer See bis zum Silbersee vor Augen. „Letztere beide sind ja bereits verbunden, das Restloch Mortka allerdings noch nicht nutzbar“, erläutert er. Die im Vorjahr begonnene Sanierung des Silbersees wird nach jetzigem Stand noch das gesamte Jahr 2012 über andauern.
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 18. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 18. Januar 2012, 10:07 Uhr
Autor: Von Uwe Menschner

Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden