07. Februar 2012, 00:00 Uhr

Feuerwehrleute sind Mangelware

Probleme mit der Sollstärke bei Einsätzen / Förderverein steht vor einem Neuanfang

Hoyerswerda Die Feuerwehr in Hoyerswerda hat zunehmend Probleme, mit der nötigen Anzahl an Kameraden zu Bränden und Unfällen auszurücken. Es gebe zu wenig freiwillige Feuerwehrmänner, sagte Wehrführer und Brandoberamtsrat Dieter Kowark am Wochenende bei der Jahreshauptversammlung der Wehr im Bürgerhaus von Bröthen.

Dieter Kowark. Foto: fll1 Foto: fll1
Die Personalknappheit mache sich insbesondere tagsüber bemerkbar.

Hoyerswerda hat eigentlich eine Berufsfeuerwehr mit insgesamt 51 Angehörigen. Sie ist die kleinste in Deutschland. In der jeweiligen Dienstschicht sind acht Männer in Bereitschaft. Die Sollstärke im Einsatz liegt aber bei 22. „Also müssen wir verstärkt auf die freiwilligen Feuerwehren in den umliegenden Ortsteilen zurückgreifen“, sagte Kowark. In neun Ortsteilen stehen 251 Kameraden zur Verfügung. Zumindest theoretisch. Da jedoch immer mehr von ihnen nicht mehr in der Nähe ihrer Wohnorte arbeiten, würden sie im Einsatzfall nicht zur Verfügung stehen, schilderte der Brandoberamtsrat die Situation. Diese Entwicklung habe in den letzten Jahren zugenommen. Früher habe es ausgereicht, eine oder zwei freiwillige Wehren zusätzlich zu den Berufskameraden zu alarmieren, heute seien es schon vier oder fünf. Da bleibe nur die Alternative, verstärkt Mitglieder zu werben, so Kowark.

Ein weiteres Sorgenkind ist der „Feuerwehr Förderverein Hoyerswerda“. Vorrangige Aufgabe des Vereins ist neben der Jugendarbeit und der Gewinnung neuer Mitglieder das Sponsoring für die Feuerwehrarbeit. Dies darf die eigentliche Wehr in der Trägerschaft der Kommune nicht machen. Seit dem letzten Jahr gibt es in dem Verein praktisch keine Vorstandsarbeit mehr. Es fehlten Führungskräfte, sagte Kowark. Der bisherige Vorsitzende Manfred Seifert sei beruflich dermaßen eingespannt, dass er keine Zeit mehr habe. Ziel sei deshalb, einen neuen Vorstand aufzubauen, betonte der Wehrführer, der auf die Unterstützung durch den Förderverein verweist.

Neben der verringerten Einsatzbereitschaft bei Tage und den Nachwuchssorgen sind der Mangel an Atemschutzgeräten und die zu alte Einsatztechnik weitere Problemfehler für die Feuerwehr. Im letzten Jahr musste die Feuerwehr zu 3769 Einsätzen ausrücken, davon 121 Brände. 435-mal waren Unfall, Ölspur oder Wassereinbruch Anlass für den Alarm. Den größten Teil der Einsätze bildeten jedoch Krankentransporte.
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2012, 03:15 Uhr
Autor: fll1

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