20. März 2008, 00:00 Uhr

Eine wertvolle Neuanschaffung

Bernsdorf Leuchtende Augen hatte Ingolf Höntsch, als er im Bernsdorfer Bürgermeisterbüro ein Paket öffnete. Zum Vorschein kam ein stabiler Koffer. Und der enthielt eine Neuanschaffung, die nach Meinung des Gemeindewehrleiters so gut wie jede Feuerwehr besitzen müsste – eine Wärmebildkamera.

Uwe Weberbauer (v.l./Chef der FFw Bernsdorf), Lothar Zaunig (Chef der FFw Großgrabe), Bürgermeister Harry Habel und Ingolf Höntsch (Ortswehrleiter in Straßgräbchen und Bernsdorfer Gemeindewehrleiter) waren dabei, als die von mehreren Unternehmen und einem Stadtratsmitglied finanziell ermöglichte Neuanschaffung erstmals in Augenschein genommen wurde: Die Wärmebildkamera (vorn) bedeutet eine Erhöhung der Sicherheit für ganz Bernsdorf. Foto: rgr

Ich hoffe, dass wir diese Kamera niemals brauchen.
Wenn sie benötigt wird,
ist sie aber da.”
Harry Habel, Bürgermeister der Stadt Bernsdorf

Neben den Freiwilligen Feuerwehren Kamenz und Radeberg gehört die Bernsdorfer nun zu den wenigen Feuerwehren im Kreis Kamenz, die über ein solches Gerät verfügen. „Bei einem Neupreis von 14 000 Euro ist es für viele Wehren schwierig, so ein Gerät zu beschaffen”, sagt Ingolf Höntsch. Berufsfeuerwehren wie die in Hoyerswerda sind auch damit ausgestattet.
Die Wärmebildkamera dient unter anderem zum Auffinden von Glutnestern und Menschen bei Gebäudebränden. Statt minutenlang im dichten Rauch zu suchen, weil sie gerade mal 30 Zentimeter Sicht haben, können die mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Kameraden zielgerichtet und schnell vorgehen, erklärt der Bernsdorfer Gemeindewehrleiter. Auch bei Verkehrsunfällen ist das Gerät sehr nützlich. Wenn sich zum Beispiel eine Person unter Schock vom Fahrzeug entfernt hat, ist sie leichter zu finden. Die Kamera „macht den Rettungseinsatz schneller und für die Kameraden sicherer”.
Ingolf Höntsch, der bei der Landesfeuerwehrschule in Nardt beschäftigt und im Umgang mit einer Wärmebildkamera vertraut ist, ist kaum zu bremsen bei der Aufzählung der Einsatzmöglichkeiten des Gerätes. Dazu gehören auch Waldbrände. Bislang sei es so gewesen, dass gelöscht und der Ort des Geschehens zufrieden verlassen wurde. Stunden später musste wieder ausgerückt werden, da im Boden verborgene Glutnester entflammt waren. „Mit der Wärmebildkamera ist es möglich, solche Glutnester gleich zu finden und zielgerichtet abzulöschen.” Das spare auch Einsatzzeit von Kameraden.
Die Feuerwehrleute, so kündigte Höntsch an, müssen nun erst einmal im Umgang mit der Kamera ausgebildet werden. Den Anfang sollen die 35 aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Straßgräbchen machen, da die Neuanschaffung erst mal im Gerätehaus in Straßgräbchen stationiert wird. Darauf haben sich die Bernsdorfer Ortsfeuerwehren verständigt, ebenso wie darauf, die Kamera „immer hinzuzuziehen, wenn sie gebraucht wird”. Ziel müsse es sein, dass jeder, der die Kamera benutzen muss, diese auch bedienen kann. Auch die Kameraden der Wehren Bernsdorf und Großgrabe werden perspektivisch im Umgang mit ihr geschult. Die Wärmebildkamera ist Eigentum der Gemeindefeuerwehr, wie Ingolf Höntsch betont. Angeschafft werden konnte sie dank der finanziellen Unterstützung der Firmen OI (ehemals Behälterglas), TDDK, Euroschulen und ewag.kamenz sowie des Stadtrats Christian Schultheiß. Auch das Engagement des Bürgermeisters bei der Sponsorensuche lobt der Gemeindewehrleiter „als deutliches Zeichen der Stadt, dass die Arbeit der Feuerwehr mitgetragen wird”.
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Erstellt am: 20. März 2008, 00:00 Uhr
Geändert am: 20. März 2008, 11:19 Uhr
Autor: von Ralf Grunert

von Ralf Grunert

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