Doppelter Brückenschlag über die Elster
Beschilderung der Radwege im Seenland für dieses Jahr eingeplant
Hoyerswerda/Seidewinkel Nun ist die Kirchwegbrücke über die Schwarze Elster zwischen Hoyerswerda und Seidewinkel (Kreis Bautzen) offiziell freigegeben. Das Bauwerk schließe die Lücke im Radwegenetz zwischen Hoyerswerda und den nördlich gelegenen Gewässern des Lausitzer Seenlandes, teilt die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mit.
Rund 520 000 Euro haben die 42 Meter lange und knapp vier Meter breite Brücke und ihre Anbindung ans Radwegenetz gekostet. Finanziert worden sei der Bau aus Paragraf 4-Mitteln des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung, bei einem zehnprozentigen Eigenanteil der Gemeinde Elsterheide, so LMBV-Sprecher Volker Krause.
Dank der Holzsorte Bongossi soll die Brücke Wetter und Zeit trotzen. Denn diese ist laut Krause extrem hart, rissresistent, formstabil und witterungsbeständig. Die Wahl des Tropenholzes war in der Vergangenheit auf Kritik gestoßen (die RUNDSCHAU berichtete). Volker Krause betont jedoch, es sei für alle Beteiligten wichtig gewesen, dass das Holz FSC-zertifiziert ist. Die Organisation „Forest Stewardship Council“ (FSC) setzt sich nach eigenen Angaben für die umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern ein. „Wegen der hohen Dichte kann man von Imprägnierungen oder Anstrichen absehen“, so der LMBV-Sprecher.
Das Bauwerk ist eine Brücke im doppelten Sinne. Denn zum einen überspannt sie die Schwarze Elster zwischen Hoyerswerda und Seidewinkel. Zum anderen schafft sie eine Radweg-Verbindung von Hoyerswerda in Richtung Partwitzer und Geierswalder See. Rund 250 Kilometer Wirtschaftswege wurden Krause zufolge im Lausitzer Seenland gebaut. „Ein Teil der Wege hat eine sandgeschlemmte Deckschicht und ist damit für Radfahrer nutzbar, der größere Anteil asphaltierter Wege kann auch durch Skater genutzt werden“, so der LMBV-Sprecher. Gegenwärtig seien Wirtschaftswege in einigen Bereichen innerhalb der erweiterten Sperrbereiche nicht nutzbar.
Der größte Teil der Wirtschaftswege sei fertiggestellt, erklärt Volker Krause und ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass ergänzend beziehungsweise als Lückenschluss noch 25 bis 30 Kilometer Wege in den nächsten Jahren anzulegen sind.“
Das weite Streckennetz zieht Urlauber und Ausflügler an. „Das Lausitzer Seenland erfreut sich bei Radlern einer immer größer werdenden Beliebtheit“, sagt Marcus Heberle, Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft „Lausitzer Seenland“ (TGG). Die abwechslungsreiche und einmalige Bergbaufolgelandschaft sei für viele Radler ein Hauptmotiv für einen Ausflug in die Region. „Vor allem die Entwicklung der Wasserwelt Lausitzer Seenland lässt sich vom Rad aus sehr gut beobachten“, so Heberle. Besonders beliebt seien überregionale Strecken wie Froschradweg, Bergbautour, Spreeradweg und Fürst-Pückler-Weg.
Mit dem „Schwarze Elster Radweg“ und der „Seenland-Route“ sollen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre zwei weitere Strecken fertiggestellt werden. „Die Seenland-Route wird sicher der Hauptweg in der Region werden, denn man wird auf der cirka 165 Kilometern langen Tour 16 Seen erradeln können“, erklärt der TGG-Geschäftsführer.
Die Ausschilderung der Radwege im Bereich der Seen war Heberle zufolge bisher „eher improvisiert“. Das soll sich ändern. Nach Angaben von Stefan Korb, Geschäftsbesorger des Zweckverbands Elstertal, ist die Ausschilderung zwischen Ende Juni und Ende September dieses Jahres vorgesehen. Rund 250 000 Euro sollen dafür fließen. Heberles Ziel ist es nach eigenen Angaben, gemeinsam mit den Anbietern, einen Qualitätstourismus im Lausitzer Seenland aufzubauen. „Denn nur über die Qualität können wir uns im Wettbewerb mit anderen Seengebieten behaupten“, sagt der TGG-Geschäftsführer.
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Erstellt am: 25. März 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 25. März 2011, 02:55 Uhr
Autor: Von Christiane Klein

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