Blunoer Zamperer trotzen der Kälte
Jugendliche sammeln Eier, Speck und Geld auch bei minus zwölf Grad ein
Bluno Die eisigen Temperaturen haben den jugendlichen Blunoer Zamperern nichts anhaben können. Dick eingemummelt zogen sie durchs Dorf und sammelten fleißig Eier, Speck und Geld ein. Auch die Kapelle kämpfte wacker gegen die bissige Kälte.
Die Lausitzer Blasmusikanten sind solche Tieftemperaturen gewöhnt. Denn sie marschieren seit vielen Jahren bei den Zampertouren mit. Der Rekord bewege sich bei minus 15 Grad. Das soll Anfang der 1990er-Jahre gewesen sein. „Trotzdem kein Problem für uns, wir sind schließlich keine Weicheier“, so Gebauer.
Auch die Blunoer Zamperer lassen sich von den Wetterextremen nicht einschüchtern. „Wir hatten zwar überlegt, das Zampern abzusagen, aber die Tradition muss ja fortgeführt werden“, sagt Sebastian Paulo. Und verschieben geht nicht. Schließlich sei die Dorfjugend immer am ersten Wochenende im Februar an der Reihe.
Ein gutes Dutzend Jugendlicher und junger Erwachsener sind auf Tour im Dorf. „Ansonsten sind wir über 20, aber dieses Jahr sind bei einigen Arbeit, Krankheit und wichtige Termine dazwischen gekommen“, sagt Jugendchef Tobias Redlich. Im kommenden Jahr werde die Resonanz wieder Normalniveau erreichen, hofft der 23-Jährige. Teilnehmen dürfe jeder, der die Konfirmation oder Jugendweihe hinter sich hat und noch nicht verheiratet ist. So ziehen bisweilen selbst Männer um die 30 Jahre beim Jugendzampern durch den Ort.
In diesem Jahr statten sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy den Zamperern einen Besuch ab. Zumindest als Masken vor den Gesichtern der jungen Leute. Denn auch in Bluno ist die Eurokrise angekommen. Die Zamperer haben sogar ein Rettungsboot dabei. Allerdings nicht für das nahe Seenland, sondern zur Bewältigung der Eurokrise.
Bei den Blunoern kommt diese Kreativität gut an. „Unsere Jugendlichen sind klasse“, lobt Monika Große. Die heute 65-Jährige, die Stärkungsgetränke an die bunte Gesellschaft ausschenkt, war als junge Frau selbst alljährlich beim Zampern dabei. „Es ist schön, dass dieser Brauch noch immer so gepflegt wird. Und das trotz dieser eisigen Kälte“, so Große.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 03:31 Uhr
Autor: Von Torsten Richter

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