Wasser soll weiter abgekocht werden
Ursache für Verschmutzung noch nicht gefunden / Nächste Woche vergleichende Proben
Herzberg Die 350 Haushalte im Raum Schönewalde, die ihr Trinkwasser aus dem Wasserwerk Stolzenhain beziehen, sollten es weiterhin abkochen, rät der Wasser- und Abwasserzweckverband HWAZ. Zwar seien keine coliformen Bakterien aufgetreten, aber die Ursache für eine Verunreinigung des Trinkwassers ist noch nicht gefunden, so der HWAZ.
Noch ist aber nicht geklärt, wo die Ursache für die erhöhten Koloniezahlen zu finden ist, und wo die coliformen Bakterien im Trinkwassernetz der Gemeinden Linda, Reicho, Buschkuhnsdorf und Neuerstadt im angrenzenden Sachsen-Anhalt herkommen, die ebenfalls aus dem Wasserwerk Stolzenhain versorgt werden. Dieser Fakt beunruhigt auch die betroffenen Schönewalder Bürger. „Wir richten das Hauptaugenmerk deshalb jetzt auf das Netz und werden es akribisch reinigen und spülen. Irgendwo muss die Quelle ja sein“, kündigt Mario Kestin weitere Maßnahmen an.
Am Mittwochnachmittag sind in Wittenberg Vertreter der Wasserverbände Jessen und Herzberg, der Wittenberger Gesundheitsbehörde und auch des Landesverwaltungsamtes Halle zusammengekommen. Von Seiten des HWAZ hat der technische Leiter Hendrik Süßmilch daran teilgenommen. Werner Kneist, Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Elbe-Elster-Jessen, geht davon aus, dass die Keime nicht von außen in das Leitungssystem eingetragen wurden. Das hätten umfangreiche Beprobungen ergeben. Der HWAZ aber sieht keine Hinweise auf eine Verunreinigung innerhalb des Wasserwerkes.
Aufgrund der Tatsache, dass beim HWAZ und beim WAZV Jessen für die Trinkwasseranalyse unterschiedliche Verfahren angewendet werden, haben sich alle Beteiligten darauf geeinigt, dass unter der Koordination des Landkreises Wittenberg ein weiteres unabhängiges Labor das Trinkwasser analysieren soll, um der Ursache der erhöhten Koloniezahlen und der bakteriellen Belastung im Jessener Raum endlich auf den Grund zu gehen. Der Kreis Wittenberg soll ein Labor beauftragen, das beide Analyseverfahren anwenden und vergleichen kann.
„Beprobt wird dann sowohl im Bereich der Wassergewinnung als auch an verschiedenen Stellen im Leitungsnetz auf der brandenburgischen und sachsen-anhaltischen Seite“, erklärt Hendrik Süßmilch.
Mario Kestin weist darauf hin, dass beide in den Verbänden angewandten Analyseverfahren zugelassen sind. „So lange sich alles im vorgegebenen Rahmen bewegt, ist es müßig, die Ergebnisse in Frage zu stellen“, sagt er. Die Beprobung für die vergleichende Analyse soll in der kommenden Woche durchgeführt werden.
„Wir müssen endlich auf einen gemeinsamen Punkt kommen. Den Bürgern können wir diese Situation nicht mehr zumuten“, fasst Werner Kneist zusammen.

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