17. Januar 2011, 00:00 Uhr

Schwarze Elster in Herzberg fast auf Herbst-Höchststand

Kräfte aus Annaburg und Arnsnesta sicherten Deich an Schwarzer Elster gemeinsam

Herzberg Das stündlich steigende Hochwasser der Schwarzen Elster und das Oberflächenwasser im Bereich Uebigauer Straße in Herzberg bescherten den Einwohnern ein unruhiges Wochenende. Ein Schwerpunkt an der Elster zeichnete sich bei Arnsnesta unmittelbar hinter der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt ab, wo ein Teil der Deichkrone abgerutscht war. Auch an anderen Deichabschnitten bildeten sich Sickerstellen. Problematisch war die Situation in Bad Liebenwerda und Wahrenbrück.

Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU) benutzte am Sonntag ein nicht druckreifes Wort, um die erneute Hochwasserlage zu beschreiben. Am Samstag um 10 Uhr hatte der Wasserstand der Schwarzen Elster den Richtwert von 3,30 Meter für die Hochwasserwarnstufe 4 erreicht. Um 14 Uhr entschied Landrat Christian Jaschinski (CDU), die Hochwasseralarmstufe 4 für die Schwarze Elster von der Kreisgrenze Oberspreewald-Lausitz bis zur Landesgrenze Sachsen-Anhalt auszurufen. 125 000 Sandsäcke lagen in Herzberg und Bad Liebenwerda bereit.

Bis Sonntagnachmittag war der Pegel in Herzberg auf 3,47 Meter angestiegen, nur 21 Zentimeter unter dem Höchststand vom Herbst. »Wir gehen davon aus, dass wir mit dem Höchststand spätestens am Montagvormittag diese Marke von 3,68 Meter in Herzberg nicht erreichen werden. Ich hoffe innigst, dass die Deiche standhalten«, so Herzbergs Ordnungsamtsleiter Volker Enigk.

In der Nacht zum Sonntag waren die Deichläufer des Bauhofes bis um 3 Uhr unterwegs. »Es gibt einige Sickerstellen, aber die haben wir unter Kontrolle«, sagte Michael Oecknigk. Ein größeres Problem zeigte sich bei Arnsnesta kurz hinter der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Dort war ein Teil der Deichkrone abgerutscht. Feuerwehrleute aus dem Bereich Annaburg und Helfer aus Arnsnesta waren im Einsatz, um den Deich abzudichten. Die Sandsäcke mussten per Boot an die Schadstelle gebracht werden.

»Von Friedrichsluga über Friedersdorf und Herzberg bis Borken, Arnsnesta und Frauenhorst waren Kameraden der Ortswehren und Kollegen der Stadtverwaltung als Deichwachen im Einsatz. Mitarbeiter des Landesumweltamtes haben die Sickerstellen begutachtet. Solange klares Wasser langsam durchsickert, müssen wir keine speziellen Maßnahmen ergreifen. Kompliziert ist es auf der Borkener Seite. In Arnsnesta kontrollieren Ortswehrführer Jörg Richter und seine Leute die neuralgischen Stellen alle zwei Stunden, wenn es sein muss, auch nachts«, so Volker Enigk. Ein Schwerpunkt am Montag wird der Bereich Friedrichsluga sein, in dem die Rieke zufließt, sagte er.

Das zweite große Problem in Herzberg war und ist das Oberflächenwasser, das aus Postberga kommend große Teile in und um die Uebigauer Straße unter Wasser gesetzt hat. Mehrere Tausend Sandsäcke, die am Siel errichtet wurden, schwächten den Zufluss leicht ab. »Die Barriere macht sich bezahlt. Etwa 30 Zentimeter Wasser stauen sich hier. Aber der Zufluss ist enorm. Dass die Gärten so unter Wasser stehen, habe ich noch nie erlebt«, sagt Enigk. So mancher Bewohner kam, wie Maik Müller, nur in Watthose an seine Kaninchenställe. Der Wasser- und Abwasserzweckverband hatte es aufgegeben, am Schacht Uebigauer Straße/Rosa-Luxemburg-Straße das Wasser abzupumpen.

Zwischen 6 und 8 Uhr heulten am Sonntag mehrfach die Sirenen in Bad Liebenwerda und in den Ortsteilen. Immer wieder wurden Kameraden der Feuerwehren nachgefordert, um die maroden Dämme an der Schwarzen Elster zu stabilisieren. Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (CDU) sprach von einer »sehr ernsten Lage« für die Stadt, die sich vor allem aus dem äußerst instabilen Dammabschnitt zwischen der Kurstadt und Zeischa ergibt. In Wahrenbrück waren die Flächen rund um das Pflegeheim überspült. Am Zufluss der Kleinen zur Schwarzen Elster drohte der Damm wegzusacken.
Maik Müller aus der Uebigauer Straße geht in Watthose seine Kaninchen füttern. Foto: dmu1 Foto: dmu1
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Hochwasser an der Schwarzen Elster
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Erstellt am: 17. Januar 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Januar 2011, 10:44 Uhr
Autor: Von Birgit Rudow und Frank Claus

Von Birgit Rudow und Frank Claus

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