04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Schubsen ausnahmsweise erlaubt

Bei den Coolness-Ferientagen lernen Jungs im Schönewalder Hort auch Selbstverteidigung

Schönewalde Das Gepäck, das die 28 Jungs in den Hort mitbringen, ist üppiger als sonst: Badesachen, Sportzeug, Schlafanzug und Zahnbürste. Aus den Gesichtern strahlt Erwartung. Tim Zwiebel grinst keck und ruft: „Die Ferien werden cool, man!“ Recht hat er. Die Sechs- bis Zwölfjährigen freuen sich nämlich auf die „Coolness-Tage für Jungs“.

In den gemütlichen Horträumen, in Sporthalle und Aula und auf dem Schulhof gibt es ausreichend Platz für jede Menge Ferienaktivitäten. Zwar sind von Montag bis Freitag auch Mädchen angemeldet, denn unter dem Motto: „Kreativ sein und tüfteln“, gibt es auch für sie viel zu erleben. Doch nur die Jungs dürfen diesmal eine Nacht lang im Hort schlafen und sich auf ein spezielles Programm freuen, das Brigitte Fritz und ihr Team vorbereitet haben. So fahren sie gemeinsam in die Schwimmhalle nach Luckenwalde, wo die Zeit mit Spiel und Spaß viel zu schnell vergeht.

Am Abend sind die Jungs jedoch längst nicht müde genug, um unter den Kuscheldecken gleich einzuschlafen. Ferienlager-Atmosphäre macht sich breit. Die Erzieherinnen lesen Geschichten vor, Witze machen die Runde, einige spielen mit Nintendos, andere plauschen leise über „Männersachen“, und natürlich „spukt“ es auf den Gängen.

Zu guter Letzt brauchen auch coole Jungs mitunter eine Streicheleinheit über den Strubbelkopf – und schlummern dann zufrieden bis in den Morgen.

Das kräftige Frühstück, der warme Kakao, wecken die Lebensgeister, und die sind jetzt besonders gefragt. Alle dürfen mal so richtig streiten und schubsen – und werden von Marcel Strauß aus Luckau dazu noch ermuntert. Der junge Mann ist Lehrer für Ving Tsun Kung Fu – eine Kampfsportart. Er zeigt den Steppkes, wie sie sich verteidigen können, wenn jemand – und sei es auch ein größerer Mensch – Unruhe stiftet und angreifen will. Jede seiner Bewegungen wird verfolgt, die Haltung nachgeahmt – und schon bald zucken Leon, Lucas und Carlos nicht mehr zusammen, sondern bieten Paroli, wenn sie in die Ecke gedrängt werden. Schutz bieten weiche Matten, sodass es keine Beulen gibt. Carlos ist nach dem Kurs sicher: „Jetzt kann ich meine kleine Schwester noch besser beschützen, wenn sie jemand ärgert.“ Jule – so verrät er, wird bald drei Jahre alt.

Während die eine Gruppe mit Marcel trainiert, hat die andere Gelegenheit, ihre Fähigkeiten als Bildhauer auszuprobieren. Dafür sorgt Mario Grüchtel, der alle Werkzeuge und ausreichend Speckstein aus seiner Kreativwerkstatt in Klettwitz mitgebracht hat. So entstehen Anhänger für Ketten, Glückstiere und anderes mehr. Als die Jungs Stunden später nach weiteren Spielen und kreativen Beschäftigungen wieder ihre Sachen packen, steht eine große Frage im Raum: „Machen wir das im nächsten Jahr wieder?“ Auf die Antwort von Brigitte Fritz gibt es nur einen begeisterten Ausruf: „Cooool, man!“
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:30 Uhr
Autor: Von Gabi Zahn

Von Gabi Zahn

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