16. März 2010, 00:00 Uhr

Schon seit vier Generationen Mehl: Gordener Mühle ist seit 1892 im Besitz der Familie Schnelle

Gorden Wer in Gorden Mehl benötigt, muss dafür nicht in den Supermarkt fahren. Denn Gorden hat einen eigenen Müller. Die Müllerfamilie Schnelle ist seit 1892 in Besitz der Mühle. Diese wird in vierter Generation von Holger Schnelle geführt, der diese 1991 von seinem Vater übernahm.

Ein Hauch von Vergangenheit haftet an der Mühle. Foto: mc Foto: mc
Der erste Müller in Gorden war der Urgroßvater von Holger Schnelle, der 1892 die damals 100 Jahre alte Mühle übernahm. Sie stand da noch auf dem Bock. Doch 1927 zogen neue Moden ein. „Die Mühle wurde zu einer Motormühle umgebaut. Zunächst wurde sie mit einem Dieselmotor angetrieben, später haben wir dann auf Strom umgestellt“, erzählt der Müller. Doch noch heute sind die Spuren aus der Vergangenheit in der Mühle gut sichtbar. Das solide Bruststück des ehemaligen Windmühlenflügels dient heute als Zentralbalken. 1941 erhielt die Mühle noch einen Speicheranbau.

1954 übernahm Holger Schnelles Vater Walter die Mühle. Auch er war ständig auf der Suche nach etwas Neuem. Weil das Handwerk nicht zu stark werden sollte, wurde 1958 die Mühlenreform vollzogen. Damals blieben im damaligen Kreis Liebenwerda von 21 Mühlen nur sieben übrig. Die von Walter Schnelle war dabei. Dieser hatte die Mühle auf den neuesten Stand gebracht.

Nun ist Holger Schnelle der Müller im Dorf. Neben verschiedenen Mehlsorten wie Roggen- oder Weizenmehl bietet der Gordener auch Futtermittel für Tiere und Sämereien an. „Ich komme zurecht“, sagt der Müller.

Einen Nachfolger wird Holger Schnelle nicht mehr haben. Sein ältester Sohn arbeitet bei der Telekom. Sein jüngster Sohn geht noch zur Schule, ist sprachlich sehr begabt, erzählt der Müller. „Das Müllerhandwerk ist hart, es gibt kaum noch Bäckereien“, sagt er. Da sei es besser, wenn die Kinder etwas anderes arbeiten. So wird die Müllertradition in Gorden schließlich mit Holger Schnelle enden.

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Erstellt am: 16. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 16. März 2010, 09:37 Uhr
Autor: red/doh

red/doh

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