07. Februar 2012, 00:00 Uhr

Kurstadt-Kirche stemmt Mammutprojekt

Im Frühjahr Baubeginn für die Umgestaltung des Gemeindezentrums in Bad Liebenwerda

Bad Liebenwerda Das nötigt vielen Einwohnern in Bad Liebenwerda und Umgebung längst Respekt ab: Die evangelische Kirche macht nicht nur durch ein intaktes Gemeindeleben auf sich aufmerksam, sondern sorgt auch mit Konzerten für Furore. Damit nicht genug: Längst haben die Mitglieder der Kirchengemeinde auch als engagierte Bauherren auf sich aufmerksam gemacht. Nun folgt das nächste Projekt – die Umgestaltung des Gemeindehauses im Südring.

Nach der umfangreichen Sanierung der Fassade und des Kirchturms samt Kugel der St. Nikolaikirche konnte im vergangenen Jahr Einzug in das neue Gemeindehaus am Markt in Bad Liebenwerda gefeiert werden. Den Eine-Welt-Laden im Erdgeschoss hat die Bevölkerung längst für sich entdeckt. Der dahinter liegende Gemeinderaum erfreut sich großer Beliebtheit und die Superintendentur verfügt seitdem im Obergeschoss über beste Arbeitsbedingungen. Noch rechtzeitig vor Heiligabend wurde eine neue Treppe zur Empore in der Kirche errichtet und im Februar soll auch die Kirchturmuhr den Kurstädtern und Gästen wieder die richtige Zeit anzeigen. Fast jedes Projekt entstand auch dank großer Spendenbereitschaft.

Ursprünglich waren für die drei Bauabschnitte der Umgestaltung des Gemeindezentrums 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Diese Summe wird nicht mehr ausreichen. Allein der Neubau des Hauses am Markt hat 700 000 Euro gekostet und wurde ohne Spendenmittel realisiert.

Im Frühjahr beginnt der Umbau des Gebäudes am Südring – kalkulierter Investitionsaufwand: knapp eine Million Euro. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln der Landeskirche und des Kirchenkreises. Das Land Brandenburg und die Europäische Union finanzieren den Einbau eines ökologischen Heizsystems. Ohne Spenden könnte die Kirchengemeinde ihren Eigenanteil, der nach einem Teilausfall von erhofften Landesmitteln nun noch angestiegen ist, kaum erwirtschaften. Knapp 58 000 Euro sind bislang eingespielt, wobei allein das Benefizkonzert der Kantorei und der Bigband Bad Liebenwerda 8663,38 Euro einbrachte. Pfarrer Thomas Meißner hatte sich mit einem Spendenbrief an die Einwohner der Stadt und der Ortsteile gewandt. Markus Voigt, Chef der gleichnamigen Orgelbaufirma, kümmert sich für die Kirchengemeinde um die bautechnischen Angelegenheiten für den Umbau des Gebäudes am Südring. Die Gesamtplanung hat ein Architekturbüro aus Radebeul in den Händen.

Erhalten bleibt demnach nur das jetzige Hauptgebäude am Südring. Die ab den 50er- Jahren Stück für Stück angebauten Gebäudeteile sind marode und werden abgerissen. „Entstehen wird ein Gemeindesaal, der etwa einhundert Personen Platz bietet und der unter anderem Probenraum für die Kantorei und die Bad Liebenwerdaer Bigband werden soll“, sagt Markus Voigt.

Aber auch für Vorträge und Ausstellungen soll der Saal zur Verfügung stehen. Die Kirchengemeinde möchte ihn sogar zur Nutzung für Privatpersonen zur Verfügung stellen, um auf diese Weise auch Mittel einzuspielen.

Ein großzügiges Foyer, eine integrierte Küche und auch behindertengerechte Toilettenanlagen sollen eine vielfältige Nutzung erlauben. Das Haupthaus, in dem die Arbeit mit Kindern, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Grundschulzentrum stattfindet, wird ebenfalls saniert. Dieses Gebäude erhält unter anderem eine Fassadendämmung.
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. Februar 2012, 14:28 Uhr
Autor: Von Frank Claus

Von Frank Claus

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