06. Oktober 2010, 10:30 Uhr

Kreis Elbe-Elster hebt Katastrophenalarm auf

Herzberg Der Landkreis Elbe-Elster hat am Mittwoch um 10 Uhr den Katastrophenalarm für das gesamte Flussgebiet der Schwarzen Elster aufgehoben. Davon ist allerdings die Stadt Herzberg vorerst ausgenomme. Dort soll der Alarm am Nachmittag enden.

Hochwasser in Brandenburg
Blick aus einem Flugzeug auf die vom Hochwasser der Schwarzen Elster überflutete Wiesen und Felder unweit dem südbrandenburgischen Herzberg.
Aufgrund weiter sinkender Pegel an der Schwarzen Elster habe sich die Situation stabilisiert. Das teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Mit der Entwarnung ist auch die Aufhebung der Hochwasser-Alarmstufe 4 für den Fluss bis zur Landesgrenze Sachsen-Anhalt verbunden. Der Katastrophenstab wird voraussichtlich am Nachmittag seine Arbeit einstellen. Trotz der Entspannung an der Schwarzen Elster bleibt das Verbot zum Betreten der Deiche weiter bestehen.

Für die Stadt Herzberg bleibe aber der Katastrophenfall bis Donnerstag bestehen, teilte die Kreisverwaltung mit. Auch für den gesamten Abschnitt des Elbe-Nebenflusses im Nachbarlandkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt galt vorerst weiter Katastrophenalarm.

Die höchste Alarmstufe 4 wurde allerdings in beiden Landkreisen bereits aufgehoben. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und der Feuerwehr pumpten weiterhin Wasser von Wiesen und Feldern in den Fluss. Zudem kontrollierten sie brüchige Stellen in den teils 150 Jahre alten Dämmen. Schwerpunkte lagen in Herzberg (Elbe-Elster), wo noch 100 Kräfte tätig sind, und in den Bereichen Kremitz und Jessen in Sachsen-Anhalt.

Obwohl die Deiche vollgesogen sind und zahlreiche Schwachstellen haben, hielten sie in Brandenburg bisher dem starken Wasserdruck stand. An der Spree in Spremberg, Cottbus und Lübben galt die niedrigste Alarmstufe 1, während der Hochwasserscheitel flussabwärts in Leibsch (Dahme-Spreewald) zur Stufe 2 führte. In der Talsperre Spremberg werden derzeit 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in Richtung Spreewald und Berlin abgelassen.

Aus Herzberg, wo die Alarmstufe 3 galt, seien neun polnische Feuerwehrleute mit zwei starken Pumpen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, berichtete ein Sprecher des Krisenstabes. Landrat Christian Jaschinski (CDU) dankte ihnen und den anderen Helfern für die aufopferungsvolle Arbeit. Er äußerte sich zudem zufrieden über die Ankündigung der Umweltministerin Anita Tack (Linke) vom Dienstag, mit der Deichsanierung an der Schwarzen Elster schneller als geplant zu beginnen.

Das Hochwassermeldezentrum Cottbus gab Mittwochmittag für Herzberg den Pegelstand mit 2,93 Meter an. Damit lag der Wert noch vier Zentimeter über dem für die niedrigere Alarmstufe Stufe 2. Das Wasser sinke nur sehr langsam, alle zwei Stunden um einen Zentimeter. In Herzberg und in Plessa-Süd waren noch zwei Straßen überflutet.

Inzwischen geht der Wasserstand der Oder im Raum Frankfurt (Oder) weiter zurück. Für die Oderstadt und den Oder-Spree-Kreis sei die Alarmstufe I am Mittwoch aufgehoben worden, berichtete das Hochwassermeldezentrum. Die Hochwasserwelle der Zuflüsse von Bober aus Polen und der Lausitzer Neiße bewege sich jetzt weiter nördlich im Raum Kienitz-Hohensaaten-Finow. Am Pegel Kienitz (Märkisch-Oderland) könne der Richtwert für die Alarmstufe 1 überschritten werden. Im uckermärkischen Stützkow gelte weiter die Alarmstufe 2.

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Erstellt am: 06. Oktober 2010, 10:30 Uhr
Geändert am: 06. Oktober 2010, 16:01 Uhr
Autor: dpa/boc

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