Keine Angst vor Stromausfall in Falkenberg
Neubau des Umspannwerkes in Falkenberg läuft reibungslos / Inbetriebnahme im Mai
Falkenberg Der Bau des neuen Umspannwerkes in Falkenberg läuft bisher reibungslos. Die 7,8 Millionen Euro teure Anlage soll spätestens im Mai, so die Pläne des Energieversorgers enviaM, in Betrieb genommen werden.
Der Kunde merkt nichts
Notwendig geworden ist der Neubau vor allem durch die vermehrte Einspeisung regenerativer Energien in das vorhandene Leitungsnetz, erläutert Strauß. Die noch immer am Netz befindliche Altanlage sei für derlei Leistung weder konzipiert noch angedacht worden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Innenschaltanlage kaum Möglichkeiten für eine Erweiterung bietet. Heute, ergänzt Detlef Strauß, der Mitarbeiter der envia Netz-Service-Gesellschaft (NSG) – einem Tochterunternehmen der enviaM – und deren Betriebsführer in der Netzregion Brandenburg ist, errichte man vorwiegend Außenschaltanlagen. Nicht zuletzt wegen der besseren Erweiterungsmöglichkeit.
Abgesehen von zwei Transformatoren werden auf dem Areal ausschließlich Neuteile montiert. Zahlreiche Hochspannungsleiter warten hier inzwischen auf ihren energetischen Einsatz, ebenso die von der Firma Siemens gelieferte Mittelspannungsschaltanlage. Einzig die Trafos sind nicht mehr „ganz frisch”. Sie dürften nach ihrer Werksinstandsetzung aber für die kommenden Aufgaben gut gerüstet sein. Spannend ist indes das Umschwenken von der Alt- auf die in unmittelbarer Nähe stehende Neuanlage. Ähnlich dem Zweigleisbetrieb im Netz, der einen Ausfall von Anlagen kompensieren soll, wird zum betreffenden Zeitpunkt am Umspannwerk Falkenberg eine Havarieversorgung aufgebaut. Sie wird dafür sorgen, dass „der Kunde das eigentliche Umschalten nicht bemerken wird”, sagt Strauß. Keine Spannungsschwankung, kein Stromausfall, Normalbetrieb im Leitungsnetz.
Alternative Energien mögen zwar gut für die Umwelt sein, sie stellen Energieversorger wie die enviaM aber vor erhebliche Probleme. Vor allem an wind- oder lichtstarken Tagen, an denen sich die Rotoren der Windräder bis zur Leistungsgrenze drehen und Fotovoltaik anlagen im Sonnenmeer baden, wird mehr Energie erzeugt, als abgenommen werden kann. Dieses Potenzial möglichst verlustarm zu speichern, bleibt bisher nur Wunschdenken. In Folge dessen wird der erzeugte Strom im Leitungsnetz auf Reise verschickt. Zum Teil über Polen und Tschechien wieder zurück nach Deutschland. Viele deutsche Leitungsnetze sind dem aber nicht mehr gewachsen. Einfachleitungen, mitunter in den 20er-Jahren errichtet, brechen unter dieser Last zusammen. Unausweichlich bleibt deshalb, vorhandene Freileitungsstränge zu verstärken und auf die geforderten Übertragungsfähigkeiten auszurichten. Solche Maßnahmen laufen bereits zwischen Falkenberg und Herzberg und werden unweigerlich auch in naher Zukunft das Landschaftsbild prägen.
Altbau-Nachnutzung gesucht
Die absehbare Indienststellung des neuen Umspannwerkes treibt der enviaM vereinzelt aber auch Sorgenfalten auf die Stirn. Verursacht werden sie durch das Altgebäude, für das man, nach erfolgter Entkernung, zu gern einen Nachnutzer finden würde. „Das Objekt befindet sich in einem baulich guten Zustand”, betont Detlef Strauß. Angesichts erster Interessenten habe er die Hoffnung auf einen Verkauf noch nicht aufgegeben.
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Erstellt am: 02. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Februar 2012, 10:45 Uhr
Autor: Von Sven Gückel

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