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Herzberg lehnt Versuche mit Genmais ab

Herzberg Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk war verwundert, als ihn Vertreter der Syngenta Seeds GmbH Anfang März zu einem Gespräch einluden. Die Syngenta hat beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für den Zeitraum von 2009 bis 2012 Feldversuche bzw. Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertem, Herbizid tolerantem Mais beantragt. Eine der Versuchsflächen soll sich im Stadtgebiet von Herzberg befinden.
13.03.2009
Die Syngenta Seeds GmbH ist ein Pflanzenzüchtungsunternehmen. Die beabsichtigten Versuche betreffen gentechnisch veränderten Glyphosat-Herbizid toleranten Event GA21 Mais. Laut Kurzbeschreibung Projektes durch die Firma ist es das Ziel der Versuche, „anwendungstechnische Informationen zum Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat sowie über leistungsspezifische Eigenschaften von GA21 Maissorten (gentechnisch veränderter Mais d.A.) unter europäischen und deutschen Bedingungen zu erhalten.“ Eine der Versuchsflächen soll sich im Herzberger Stadtgebiet, in der Nähe von Gräfendorf befinden.

Die Unterlagen zu dem Vorhaben waren öffentlich beim Landkreis ausgelegt. Die Stadt Herzberg war bisher die einzige Institution, die darin Einsicht genommen hat, informierte Bauamtsleiter Rüdiger Bader in dieser Woche die Bauausschussmitglieder. Seit Montag vergangener Woche liegt auch die Stellungnahme der Stadtverwaltung zu den geplanten Versuchen vor. Darin wird der Antrag grundsätzlich abgelehnt. Der Bürgermeister begründete das nicht nur mit zahlreichen Fragestellungen zum Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Landwirtschaft und deren Auswirkungen auf den Menschen und die Natur, sondern auch mit der Vorgehensweise der Firma Syngenta. Er vermisse eine umfassende Information und notwendige Vorberatungen mit den Entscheidungsträgern der Stadt und der Region, einschließlich der Öffentlichkeit.

Zu dem Gespräch Anfang März, so Rüdiger Bader im Bauausschuss, seien neben Bürgermeister Michael Oecknigk auch Flächeneigentümer, die Polizei und der Pfarrer eingeladen gewesen. Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich befremdet von dem Vorhaben und der Vorgehensweise, diskutierten das Thema aber nicht weiter.
Von Birgit Rudow
 
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