Flugpionier wird Namenspatron
Fliegerhorst Holzdorf bewirbt sich um den Namen „Hans Grade“
Holzdorf In hochrangig politischen Kreisen, innerhalb des Militärs und natürlich im weiten Umfeld der Region hat sich der Luftwaffenstandort Schönewalde-Holzdorf einen guten Ruf erarbeitet. Nicht zuletzt aufgrund seiner Größe und militärischen Bedeutung führt an Bunker und Fliegerhorst zukünftig kein Weg mehr vorbei. Dennoch lässt man am Standort derzeit nichts unversucht, sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Namen zu machen.
Dass Hans Grade trotz dieser Leistungen, zu der auch die Gründung eines Fahrzeugbauwerkes mit über 800 Beschäftigten gehörte, nur wenigen bekannt ist, könnte sich bald ändern. Denn auf der Suche nach einem passenden Namen für die Kaserne Holzdorf stieß man auf eben diesen Flugpionier und Erfinder. Die Idee einer Namensgebung stammt ursprünglich vom Wittenberger Bundestagsabgeordneten Ulrich Petzold. Der hatte nach Schließen der Dessauer NVA-Kaserne „Hugo Junkers” angeregt, deren Namen in Holzdorf zu übernehmen. Da dieser Name aber schon durch die Bundeswehrkaserne des Lufttransportgeschwaders 63 in Hohn geführt wird, ist eine Doppelung ausgeschlossen. Aufgrund dessen suchte man nach Alternativen. „Aus fünf Vorschlägen einigte sich die Kommandeurs- und Dienststellenleiterriege des Standortes auf den Namen Hans Grade”, sagt Standortältester Oberst Michael Dederichs. Für den Flugpionier Grade sprechen demnach mehrere Gründe. Dederichs: „Er war auf Engste der Fliegerei verbunden, war in Brandenburg und Sachsen-Anhalt verwurzelt, kein Kriegsheld und hat keinerlei Nazivergangenheit.”
Neben dem Minister der Verteidigung, der seine Zustimmung zur Namensverleihung geben muss, verlangen die Regularien, dass auch die Gemeinden, auf deren Grund und Boden die Kaserne liegt, und Nachfahren des Geehrten um ihr Einvernehmen gebeten werden müssen. Bei Hans Grade ist dies Brigitte Grothum, eine Nichte von Grades Frau Käthe. Die Schauspielerin, die unter anderem mit Klaus Kinski, Günter Pfitzmann und Harald Juhnke drehte und eine der „Drei Damen vom Grill“ war, zeigte sich über die Ehre für ihren Onkel hoch erfreut.
Grades Tugenden wie innovatives Ingenieurswissen und unternehmerischer Mut „auch künftig den Beschäftigten und Auszubildenden Ihres Bundeswehrstandortes zu vermitteln, ist lohnende Aufgabe”, schrieb sie vor einer Woche in einem Brief an Oberst Dederichs. Der Namensweihe, für die noch ein passender Termin gesucht wird, will sie persönlich beiwohnen. Zeitgleich mit der Veranstaltung ist eine Sonderausstellung zum Leben und Wirken von Hans Grade geplant. Diese wurde vom Traditionsverein „Hans Grade” aus Borkheide erarbeitet, dessen Vertreter man zum Festakt ebenfalls einladen möchte.
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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 11:41 Uhr
Autor: Von Sven Gückel

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