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Herzberg

Eine Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen

Herzberg Wolfgang Golla, katholischer Pfarrer in Herzberg, ist seit Jahresbeginn bei besonders vielen „Hausbesuchen“ anzutreffen. Das hat einen guten Grund: Viele Familien bitten um seinen Besuch, damit er deren Wohnung oder deren Haus segnet.

09.02.2010
So wie bei Elisabeth und Gunther Zetzmann in Herzberg segnet Pfarrer Wolfgang Golla in diesen Tagen viele Wohnungen und Häuser. Foto: sn
Foto: sn
„Seit reichlich 50 Jahre ist es in Deutschland üblich, Wohnungen zu segnen. Die katholische junge Gemeinde hatte damals die Idee dazu“, erinnert sich Pfarrer Wolfgang Golla. Er weiß, dass diese Zeremonie zu Jahresbeginn auf einen schlesischen Brauch zurückzuführen ist.

Nicht nur in Herzberg

Seit 1982 ist er als katholischer Pfarrer tätig. In Herzberg, seiner zweiten Pfarrstelle, agiert Golla seit 1999. Die Haussegnung ist Teil seines umfangreichen Aufgabenbereichs. Auf Wunsch besucht der Pfarrer von Jahresbeginn an die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde zu Hause. „Das zieht sich bis weit in den Februar hinein“, so Golla, der sich Anfang des Jahres gern die Zeit nimmt, „um ausgiebig mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“. Und das nicht nur in Herzberg, sondern auch in Schönewalde und Schlieben sowie den kleineren Ortschaften, die ebenfalls zu seinem Verantwortungsbereich gehören.

Um die 40 Familien haben sich bislang in diesem Jahr bei ihm gemeldet. Vorwiegend mittwochs, an seinem freien Tag, arbeitet der Pfarrer diese „Hausbesuche“ ab. Einer von diesen führte ihn zu Familie Zetzmann in Herzberg. „Für mich bedeutet dieser Brauch nicht nur Glaube, sondern er belebt die Tradition meiner Pflegeeltern“, erzählt Elisabeth Zetzmann, die gemeinsam mit ihrem Mann Gunther den Herzberger Pfarrer eingeladen hatte.

„Mit einem Gebet stellen wir die Menschen und das Haus unter den Schutz des Segens Gottes“, erklärt der Pfarrer, der über die Eingangstür des Hauses mit Kreide die Zahlen- und Buchstabenkombination 20-C+M+B-10 schreibt. Die Zahlen stehen für das aktuelle Jahr 2010. Hinter den Buchstaben verbergen sich die lateinischen Worte Christus mansionem benedicat. Sie bedeuten: Christus möge dieses Haus schützen. Erst kurz zuvor hatte Elisabeth Zetzmann die nur noch wenig lesbaren Zeichen, die im vorigen Jahr angeschrieben worden waren, abgewischt.

„Unechte“ Sternsänger

In dieser Sache liegt Pfarrer Wolfgang Golla eines noch sehr am Herzen: „Die Sternsänger, die am 6. Januar zum Tag der Heiligen drei Könige losziehen, sind seit 2003 urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass der, der unter diesem Namen agiert, Geld für Kinderprojekte auf der gesamten Welt sammelt und es nicht nur für sich privat nutzt.“ Das „Dreikönigssingen“ sei weltweit die größte organisierte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Da nach Aussagen des Pfarrers in Herzberg noch nie offizielle Sternsänger unterwegs waren, seien ähnliche Aktionen, die über Jahre schon stattfinden, illegal und Irreführung der Öffentlichkeit, denn er habe bisher noch nie gesammelte Gelder übergeben bekommen.
Von Serena Nittmann
 
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